Fußball-Bundesliga Brisantes Torwart-Duell im unerwarteten Topspiel wackelt
Manuel Neuer droht die erstaunliche Renaissance eines Spitzenspiels zu verpassen - und damit auch das Duell mit Nationaltorhüter Oliver Baumann. Ein anderer Bayern-Star meldet sich dagegen fit.

München - Erst Harry Kane, jetzt Manuel Neuer - die Winterkrankheitswelle macht dem FC Bayern vor dem Topspiel gegen die TSG Hoffenheim weiter zu schaffen. Während der Torjäger nach seiner krankheitsbedingten Pause wieder auf dem Platz stand, musste Neuer wegen eines Magen-Darm-Infekts zu Hause bleiben.
Der 39-Jährige droht das prickelnde Torwarttreffen mit dem Hoffenheimer Nationaltorhüter Oliver Baumann und damit ein Rekordduell zu verpassen. Sollte Neuer nicht rechtzeitig fit werden, wird er bei der erstaunlichen Renaissance eines Spitzenspiels am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) erneut von dem zuletzt in der Champions League so starken Jonas Urbig vertreten.
Hoffenheim zum Start - und am Ende geht's zum BVB
Nach zwei sieglosen Bundesliga-Partien möchte der Rekordmeister zum Start in einen im Titelkampf vielleicht entscheidenden Monat unbedingt gegen die TSG Hoffenheim gewinnen - zumal im eigenen Stadion. „Wir müssen weitermachen“, sagte Kane. Der 32-Jährige absolvierte am Freitag laut Club-Angaben noch nicht wieder das komplette Programm. Er dürfte aber trotzdem einsatzfähig sein.
Nach dem dicht gedrängten Januar mit sieben Spielen in 21 Tagen stehen im Februar nur fünf Partien für das Münchner Ensemble an. Doch wenn der Start in den Monat nach den jüngsten Enttäuschungen gegen Augsburg (1:2) und den HSV (2:2) missglückt, könnte der Februar doch ungemütlich werden.
Zum Abschluss steht nämlich am 28. Februar der deutsche Clásico bei Borussia Dortmund an. Nach dem jüngsten Bayern-Straucheln hat der BVB schon einmal vorsichtig seine Ambitionen anklingen lassen. „Es gibt keinen Grund, nervös zu werden. Wir müssen uns einfach gut vorbereiten“, sagte Kane. Sechs Punkte beträgt der für die Münchner noch beruhigende Vorsprung.
Was passiert nach Goretzka und Gnabry?
„Wir haben immer gesagt, das ist ein verdammt komplizierter Wettbewerb“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Die sportliche Leitung um ihn hat im Februar mit nur einer Englischen Woche durch das Pokal-Viertelfinale gegen Leipzig (11.2.) mehr Zeit für Personalentscheidungen als im eng getakteten Vormonat.
Der ablösefreie Abgang von Leon Goretzka im Sommer steht bereits fest, so wie die Vertragsverlängerung mit Nationalstürmer Serge Gnabry bis zum 30. Juni 2028. Das Warten auf eine Entscheidung bei Abwehrspieler Dayot Upamecano geht weiter - und vielen im Verein und drumherum auf die Nerven. Weitere Verträge wie die von Neuer oder Raphaël Guerreiro laufen ebenfalls im WM-Sommer aus.
Keine Signale von Nagelsmann und Neuer
Neuers Zukunft ist gerade mit Blick auf die spektakuläre Variante einer Rückkehr ins DFB-Tor besonders spannend. Ein direktes Duell des vor anderthalb Jahren aus der Nationalmannschaft zurückgetretenen Neuer mit Baumann könnte die Debatte über den besten WM-Torhüter weiter befeuern - wenn es nach Neuers Infekt überhaupt dazu kommt.
Die beiden Routiniers würden dann übrigens zum 27. Mal in der Bundesliga aufeinandertreffen. Das ist eingestellter Rekord. Nur der Dortmunder Kultkeeper Eike Immel und HSV-Legende Uli Stein begegneten sich ebenso oft.
Noch gab es weder von Bundestrainer Julian Nagelsmann noch von Neuer Signale für ein mögliches DFB-Comeback des bald 40 Jahre alten Weltmeisters von 2014. Doch durch die Operation von Marc-André ter Stegen und dessen monatelangen Ausfall stellt sich die Situation neu dar.
Fünf Spiele, fünf Siege
Wie beim ersten Treffen im Dezember 2008, als das späte Münchner Siegtor von Luca Toni zum 2:1 die folgende Herbstmeisterschaft des Dorfclubs auch nicht verhindern konnte, oder in der Saison 2016/17 zählen die Kontrahenten wieder beide zu den Topteams der Liga.
„Jedes Spiel für sich ist kompliziert“, sagte Bayern-Vorstand Eberl. Erst recht gegen das von Trainer Christian Ilzer und Geschäftsführer Andreas Schicker geformte TSG-Team, das sich im Januar mit fünf Siegen in fünf Spielen bemerkenswert in Schwung brachte.
Offensivkraft Andrej Kramarić, der mit acht Treffern so viele Bundesliga-Tore gegen den FC Bayern erzielte wie kein anderer aktueller Spieler, rief schon vor Wochen die Champions-League-Qualifikation als Ziel aus. Ob dabei der kolportierte Machtkampf in der Club-Führung stört? Mäzen Dietmar Hopp wehrte sich zuletzt gegen Berichte, wonach auch Schicker vor dem Absprung stehe. Innerhalb weniger Monate gingen vier Führungskräfte bei den Hoffenheimern.
Ist Kane einsatzbereit?
Sportlich weckt das Duell der besten Offensivreihen Hoffnung auf ein Fußball-Spektakel. Und da will Kane als Führender der Torschützenliste natürlich unbedingt seine Ausnahmestellung demonstrieren.
„Wir werden genau das machen, was wir immer machen, wir werden auf dem Platz reagieren“, kündigte Kompany energisch an. Sein Team will eine immer noch komfortable Ausgangslage nach zwei schwierigeren Bundesliga-Spielen behaupten. „Grundsätzlich sind wir total im Soll“, bemerkte Neuer. „Wir greifen wieder an, damit wir eine neue Siegesserie starten können.“