Kältehilfe Hilfe am Limit - Winter belastet Notdienste für Wohnungslose
Wer bei eisigen Temperaturen auf der Straße übernachtet, kämpft ums Überleben. Wie Hilfsangebote in Niedersachsen und Bremen auf den besonders harten Winter reagierten - und an ihre Grenzen kamen.

Hannover/Bremen - Mehr Suppen, Schlafsäcke und Sonderschichten: Hilfsorganisationen haben ihr Angebot für wohnungslose Menschen in Bremen und Niedersachsen in den vergangenen Monaten zeitweise deutlich ausgebaut. „In diesem Winter gab es beispielsweise in verschiedenen Einrichtungen Sonderöffnungszeiten“, teilte die Diakonie in Niedersachsen mit.
Helferinnen und Helfer waren häufiger als sonst auf den Straßen in der Region unterwegs und sprachen schlafende Menschen an. Das sei sonst eher ungewöhnlich, teilte die Diakonie mit. Normalerweise wollen die Mitarbeitenden den persönlichen Bereich der Wohnungslosen schützen, doch diesen Winter sei die Gefahr des Erfrierens zu groß gewesen.
Zusätzliche Schichten bei den Johannitern
Auch die Johanniter berichten, dass diesen Winter mehr Menschen als üblich um warmes Essen und Kleidung gebeten hatten. Viele Ehrenamtliche legten zusätzliche Schichten ein. „Als das Sturmtief Elli beispielsweise über Bremen zog, war das Team des Kältebusses zusätzlich jeden Abend aufsuchend im gesamten Stadtgebiet unterwegs“, sagte Tanja Schulz von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Niedersachsen und Bremen.
Das Team war bis mitternachts unterwegs - und rettete so Menschenleben. „Zwei Personen konnten mit starker Unterkühlung der Stadtrettung übergeben werden. Sie hätten die Nacht nicht überlebt.“