Prozesse Früherer Sporttrainer wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht
In Hunderten Fällen soll er sich an Kindern vergangen haben. Ein heute 54-Jähriger missbrauchte dabei laut Staatsanwaltschaft seine besondere Stellung als Trainer und Vertrauensperson.

Dessau-Roßlau - Wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Hunderten Fällen muss sich seit Freitag ein früherer Sporttrainer vor dem Landgericht Dessau-Roßlau verantworten. Dem 54-Jährigen werden insgesamt 357 Taten vorgeworfen. Er soll sich laut Anklage im Zeitraum von 1998 bis 1999 und von 2004 bis 2011 an zwei Kindern vergangen haben. Zu Beginn der Taten waren das Mädchen neun und der Junge sieben Jahre.
Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte seine besondere Stellung als Trainer und Vertrauensperson ausgenutzt. Die Taten sollen in der Wohnung des Mannes und in dessen Gartenlaube, aber auch bei Wettkämpfen teils im Ausland stattgefunden haben. Eines der Opfer hatte sich seinerzeit seinen Eltern anvertraut. Eine Anzeige bei der Polizei hatte es aber nicht gegeben.
Angeklagter gibt die Taten zu
Der Angeklagte räumte die Taten weitgehend ein. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung entschuldigte er sich bei den Opfern, die im Prozess als Nebenkläger auftreten. Zudem stellte der Mann Schadenersatzzahlungen in Aussicht.
Die Fälle waren im Rahmen eines vorangegangen Strafprozesses bekanntgeworden. 2024 musste sich der Mann bereits wegen überwiegend schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in 229 Fällen verantworten. Opfer war eine Trainingsschülerin. Deswegen war der Dessauer im Juni zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Zudem wurde ein Berufsverbot für die Dauer von drei Jahren verhängt.
Sicherungsverwahrung steht im Raum
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass im Falle einer neuerlichen Verurteilung auch die Anordnung der anschließenden Sicherungsverwahrung in Betracht kommt.
Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Bislang hat das Landgericht Dessau-Roßlau noch fünf Verhandlungstage bis Ende Januar angesetzt.