Gefangenentransport im Stau Tod in „Liebeszelle“ - Letzter Prozesstag startet verspätet
Ein Häftling soll seine Ehefrau in der „Liebeszelle“ in der JVA in Burg getötet haben. Der Prozess am Landgericht steht kurz vor dem Abschluss. Nun wird erneut die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Stendal/Burg - Der letzte Termin im Prozess gegen einen Häftling, der seine Ehefrau während eines Besuchs in der Justizvollzugsanstalt Burg erwürgt haben soll, ist mit rund einer Stunde Verspätung gestartet. Der Gefangenentransport zum Landgericht in Stendal sei am Morgen in einen Stau geraten, schilderte ein Sprecher des Landgerichts Stendal.
Die Plädoyers sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das hänge damit zusammen, dass das Publikum auch während des Prozesses bei den Einlassungen des Angeklagten ausgeschlossen wurde, die den „persönlichen Lebensbereich“ des Mannes betrafen, erklärte der Sprecher. Das Urteil soll laut Gerichtssprecher gegen Mittag gesprochen werden. Davor sei eine mehrstündige Beratung der Kammer wahrscheinlich.
Verhandlung wegen Totschlags seit Anfang Dezember
Die Ehefrau des Angeklagten hatte ihn im vergangenen Jahr im Gefängnis in Burg besucht. In einer sogenannten Liebeszelle konnten die beiden unbeobachtet gemeinsame Stunden verbringen - hinter der Tür aber soll der Mann die 35-Jährige so stark gewürgt haben, dass sie starb. Seit Anfang Dezember verhandelt das Landgericht Stendal wegen Totschlags gegen den 38-jährigen Deutschen. Er selbst äußerte sich zur Tat nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Die Justizvollzugsanstalt Burg gilt als größtes und modernstes Gefängnis in Sachsen-Anhalt. In der Liebeszelle, ausgestattet mit Sofa, Kochnische und Dusche, können Häftlinge für mehrere Stunden unbeaufsichtigt Zeit mit Partnern oder Familienangehörigen verbringen.