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Archäologie Forscher entdecken mögliches Pestmassengrab bei Erfurt

Ein Forscherteam findet nahe Erfurt ein mögliches Massengrab aus der Pestzeit. Was die Entdeckung über den „Schwarzen Tod“ in der Region verrät.

Von dpa 13.01.2026, 11:17
Leipziger Forscher haben bei Erfurt ein mögliches Pest-Massengrab entdeckt. (Symbolbild)
Leipziger Forscher haben bei Erfurt ein mögliches Pest-Massengrab entdeckt. (Symbolbild) Sebastian Willnow/dpa

Erfurt/Leipzig - Leipziger Forscher haben in der Nähe von Erfurt ein mögliches Massengrab aus der Pestzeit entdeckt. Damit sei nun wahrscheinlich erstmals in dieser Gegend ein Begräbnisort für die Opfer des „Schwarzen Todes“ gefunden worden, teilte die Universität Leipzig mit. Europaweit seien bislang weniger als zehn bestätigte und präzise datierte Pestmassengräber bekannt.

Zeitgenössischen Chroniken zufolge wütete die Pest in Erfurt im Jahr 1350. Rund 12.000 Tote sollen in elf großen Gruben außerhalb der Stadt bestattet worden sein. Deren genaue Lage sei bislang jedoch unbekannt gewesen, teilte die Universität mit. 

Historische Quellen und Naturwissenschaft

Das interdisziplinäre Forscherteam habe den Begräbnisort nicht bei Ausgrabungen entdeckt. Das Besondere sei, dass die Grube durch eine Kombination historischer Quellen und naturwissenschaftlicher Methoden gefunden wurde. Damit sei das Projekt auch ein Modell für schonende archäologische Erkundungen. 

Es seien geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen gemacht worden. Dabei seien menschliche Knochenfragmente zutage gefördert worden, die Analysen zufolge aus dem 14. Jahrhundert stammten.

Weitere Ausgrabungen geplant

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir eines der in den Chroniken beschriebenen Pestmassengräber von Erfurt eindeutig lokalisiert haben“, erklärte der Geograf Michael Hein. „Endgültige Klarheit kann allerdings erst im Zuge einer geplanten archäologischen Grabung dieses Befundes erlangt werden.“

In Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie seien nur weiterführende Ausgrabungen geplant. Das Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie solle für genetische Untersuchungen hinzugezogen werden.