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BildungsministeriumExpertenbericht: Mehr als 9000 Lehrer werden benötigt

Die Zahl der Lehramtsstudenten reicht aktuell nicht aus, um den Bedarf an Lehrkräften in Sachsen-Anhalt zu decken. In den kommenden Jahre sorgt eine Rentenwelle für großen Bedarf - trotz sinkender Schülerzahlen.

Von dpa 20.11.2023, 13:47
Ein Lehrer unterrichtet in einem Klassenzimmer.
Ein Lehrer unterrichtet in einem Klassenzimmer. Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Magdeburg - Die Zahl der Lehramtsstudenten in Sachsen-Anhalt reicht nach Ansicht eines Expertenberichts nicht aus, um den Bedarf an Lehrern in den nächsten Jahren zu decken. Innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre könne der Bedarf durch die Hochschulabsolventen lediglich zu 48 Prozent gedeckt werden, heißt es in einer Analyse, die das Bildungsministerium am Montag veröffentlichte. An Sekundarschulen könne sogar nur jede fünfte Stelle durch Lehramtsstudenten aus Sachsen-Anhalt neu besetzt werden. Die darüber hinaus benötigten Lehrkräfte müssen aus anderen Quellen gewonnen werden, also beispielsweise durch Seiteneinsteiger oder aus anderen Bundesländern.

Die Schülerzahlen steigen nach Angaben des Bildungsministeriums zunächst bis zum kommenden Schuljahr an: Von 180.500 Kindern im Vergleichsjahr 2021/22 auf 191.000 im Schuljahr 2024/25. Danach zeichne sich eine Trendumkehr ab: Im Schuljahr 2035/36 werden voraussichtlich 161.000 Kinder und Jugendliche an den öffentlichen Schulen in Sachsen-Anhalt lernen. Dementsprechend verringere sich auch die Zahl der Lehrerstellen um elf Prozent auf rund 12.900 Stellen.

Allerdings stellt die Verrentung die Schulen vor eine große Herausforderung. In den kommenden zwölf Jahren gehen etwas mehr als zwei Drittel der derzeit unterrichtenden Lehrkräfte in den Ruhestand. Der Expertenberichts kommt daher zu dem Schluss, dass bis 2035 rund 9060 Absolventen der Lehramtsstudiengänge in den Schuldienst eintreten müssten, um den Bedarf zu decken. Die aktuelle Absolventenquote reiche dabei nicht aus.

Neben der reinen Anzahl der Studierendenzahlen weist der Bericht aber auch auf einen besonderen Bedarf bei bestimmten Fächern hin. So würden vor allem in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch, sowie in den Naturwissenschaften Lehrkräfte benötigt. Alle derzeit in Sachsen-Anhalt ausgebildeten Lehrkräfte hätten aktuell eine Perspektive im Schuldienst des Landes.