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ÖPNV Erste Tarifrunde gescheitert - Nahverkehr vor Warnstreiks?

Nach der ersten Verhandlungsrunde im Thüringer Nahverkehr gibt es keine Annäherung. Verdi spricht von einer „Kampfansage“ der Arbeitgeber und stellt Warnstreiks in Aussicht.

Von dpa 27.01.2026, 19:07
Nach einem ergebnislosen Auftakt der Tarifrunde bereitet Verdi Maßnahmen im Nahverkehr vor. (Archivbild)
Nach einem ergebnislosen Auftakt der Tarifrunde bereitet Verdi Maßnahmen im Nahverkehr vor. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Erfurt - Die erste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde für den Nahverkehr in Thüringen ist ohne Ergebnis geblieben. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, haben die Arbeitgeber sämtliche Forderungen nach Entlastung, besseren Arbeitsbedingungen und höheren Entgelten zurückgewiesen. 

Konkret lehnten sie demnach sowohl eine Arbeitszeitverkürzung als auch eine spürbare Lohnerhöhung ab und brachten stattdessen längere Wochenarbeitszeiten sowie nur minimale Entgeltsteigerungen ins Gespräch. „Das ist kein Angebot, sondern eine Kampfansage an die Beschäftigten“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. 

35-Stunden-Woche und 300 Euro mehr 

Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 300 Euro monatlich sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Zudem verlangt die Gewerkschaft höhere Zuschläge, kürzere und verlässlichere Schicht- und Ruhezeiten sowie bessere Arbeitsbedingungen, um den Nahverkehr langfristig attraktiv zu halten. 

Die Arbeitgeberseite verwies hingegen auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. „Wir setzen uns für einen ausgewogenen Abschluss ein, der den derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird und zugleich das Leistungsangebot und die Qualität des Nahverkehrs in Thüringen sichert“, sagte die Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Thüringen, Gundula Bettenhausen. 

Könnte bald gestreikt werden? 

Verdi kündigte an, nun die nächsten Schritte vorzubereiten. „In den kommenden Wochen ist mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen“, erklärte die Tarifkommission. 

Gleichzeitig laufen Tarifverhandlungen im Nahverkehr auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort verfolgt Verdi ähnliche Ziele, unter anderem die Einführung der 35-Stunden-Woche. Die Tarifverträge werden jedoch in allen drei Ländern getrennt verhandelt, die Forderungen unterscheiden sich daher in einzelnen Punkten.