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Bearbeitungszeiten Elterngeld in Thüringen: Wartezeiten variieren stark

Wie lange Eltern in Thüringen auf ihr Elterngeld warten, hängt stark vom Wohnort ab. Während es im Kyffhäuserkreis schnell geht, mussten Familien in Gotha zuletzt monatelang Geduld haben.

Von dpa 21.02.2026, 13:39
In Thüringen schwankten die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für Elterngeldanträge deutlich. (Symbolbild)
In Thüringen schwankten die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für Elterngeldanträge deutlich. (Symbolbild) Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Erfurt - Familien in Thüringen müssen je nach Wohnort unterschiedlich lange auf die Bewilligung ihres Elterngelds warten. Wie aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Rosin hervorgeht, schwankten die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten zwischen 2020 und Oktober 2025 landesweit zwischen 33 und 41 Kalendertagen.

Zwischen den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es den Angaben zufolge erhebliche Unterschiede. So mussten im vergangenen Jahr Familien im Kreis Gotha mit im Schnitt mehr als drei Monaten am längsten auf die Bewilligung ihrer Anträge warten. Als Gründe hierfür wurden unter anderem eine verzögerte personelle Aufstockung und IT-bedingte Umstellungen und Störungen genannt. Für dieses Jahr werde mit einer Entspannung gerechnet.

Komplexes Gesetz und unvollständige Unterlagen

Am schnellsten wurden bis Oktober vergangenen Jahres den Angaben zufolge mit durchschnittlich 16 Tagen Anträge im Kyffhäuserkreis bearbeitet. Die regionalen Unterschiede bei den Bearbeitungszeiten ergeben sich demnach unter anderem aus der personellen Ausstattung der kommunalen Elterngeldstellen, der Möglichkeit, freie Stellen zeitnah nachzubesetzen, sowie aus dem jeweiligen Antragsaufkommen. Als weitere Gründe wurden etwa unvollständige Unterlagen, die Abhängigkeit von Zuarbeiten anderer Behörden und der Stand der Digitalisierung genannt. 

Das Elterngeld kann ab Geburt des Kindes beantragt werden. Das entsprechende Bundesgesetz sei seit seiner Einführung 2007 mehrfach flexibilisiert worden, was zu größerer Komplexität geführt habe, hieß es. Thüringen unterstütze deshalb gemeinsam mit anderen Ländern Vorschläge zur Vereinfachung des Gesetzes. 

Schnellere Abläufe durch Digitalisierung

Zudem solle die weitere Digitalisierung weiter vorangetrieben werden, hieß es. Künftig sollen Anträge in Thüringen vollständig digital eingereicht, unterschrieben und direkt in das Bearbeitungssystem übernommen werden können. Die Landesregierung verspricht sich davon schlankere und schnellere Abläufe. Antragsteller können ihre Daten derzeit zwar online eingeben und ein PDF erzeugen, müssen den Antrag bislang jedoch noch ausdrucken und per Post an die zuständige Stelle senden.