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Drogen-Exzess in Handeloh Drogen-Exzess in Handeloh: Nach Massen-Vergiftung ermittelt Polizei gegen Heilpraktiker

29.09.2015, 14:21
Nach einer Massenvergiftung mit 29 Verletzten in Handeloh hat die Polizei die Strafverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet.
Nach einer Massenvergiftung mit 29 Verletzten in Handeloh hat die Polizei die Strafverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet. dpa Lizenz

Handeloh - Nach dem gefährlichen Massenrausch bei einem Heilpraktiker-Seminar im niedersächsischen Handeloh konzentrieren sich die Ermittlungen wegen Drogenmissbrauchs auf die beiden Organisatoren und zwei Helfer. Gegen die übrigen 25 Teilnehmer seien die Ermittlungsverfahren eingestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Stade mit. Diese hätten die Droge nur zum sofortigen Konsum entgegengenommen, was nicht strafbar sei.

In zwei sichergestellten Kapseln sei die verbotene Psychodroge 2C-E nachgewiesen worden. Bei Wohnungsdurchsuchungen im Landkreis Harburg und im Raum Aachen sei weiteres Beweismaterial sichergestellt worden.

Mehr als 160 Rettungskräfte waren nach dem Vorfall Anfang September im Einsatz. Die Teilnehmer des Seminars wurden mit Wahnvorstellungen, Krämpfen, Luftnot und Herzrasen in Krankenhäuser gebracht.

Sekten-Hintergrund ungeklärt

Verschiedene Medien hatten über einen möglichen Sekten-Hintergrund der Aktion berichtet. Einer der Psychologen soll ein Vertrauter des Schweizer Therapeuten Samuel Widmer sein. Widmers „Kirschblütengemeinschaft“ wird von der Evangelischen Kirche als „problematisch“ eingestuft, Kritiker nennen sie eine Sekte. „Zu einem möglichen Sektenhintergrund und Verbindungen zu einem Schweizer Guru möchten wir uns nicht äußern“, sagte der Oberstaatsanwalt in Stade „Das ist nicht Gegenstand der Ermittlungen.“ (dpa)