Filmfestspiele Drama über die Türkei: Berlinale zeigt neuen Film von Çatak
Sein letzter Film war für einen Oscar nominiert, sein neuer läuft jetzt im Wettbewerb der Berlinale. In einem Interview warnt Ilker Çatak vor problematischen Entwicklungen in Deutschland.

Berlin - Der Regisseur Ilker Çatak zeigt sich mit Blick auf die Meinungsfreiheit in Deutschland beunruhigt. „Es gibt bestimmte Themen, da können Sie gar nicht so schnell schauen, wie sie weg vom Fenster sind. Es gibt eine Engführung des Meinungskorridors“, sagte der deutsche Filmemacher im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).
Sein neuer Film „Gelbe Briefe“ läuft im Wettbewerb der Berlinale. Das Drama thematisiert das Leben eines türkischen Künstlerpaares unter den Repressionen der türkischen Regierung. „Gelbe Briefe“ hat heute Premiere bei den Filmfestspielen. Çatak feierte mit seinem Film „Das Lehrerzimmer“ Erfolge und wurde für einen Oscar nominiert.
Soll zum Nachdenken anregen
Sein neuer Film solle auch in Deutschland zur Reflexion anregen, sagte er: „Eine Message des Films ist auch: Wir in Deutschland fühlen uns wahnsinnig wohl, wenn wir die Zustände in anderen Ländern anprangern können.“ Der Blick nach innen fehle.
„Wie gehen wir damit um, dass es diese Verengung im Meinungskorridor gibt? Wie gehen wir damit um, wenn irgendwann eine AfD-Regierung die Kulturpolitik in der Hand hat? Das sind ernstzunehmende Gefahren, die auch hierzulande stattfinden.“
Der Wettbewerb der Berlinale startet
Im Wettbewerb der Berlinale konkurrieren diesmal 22 Filme um den Goldenen Bären. Jurypräsident Wim Wenders entscheidet gemeinsam mit den anderen Jurymitgliedern, wer am Ende des Festivals ausgezeichnet wird. Die Filmfestspiele waren am Donnerstagabend eröffnet worden.
Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh („Wicked“, „Everything Everywhere All at Once“) wird heute zu einer Pressekonferenz erwartet, sie war bei der Eröffnungsgala mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Außerdem läuft ein Dokumentarfilm über die Schriftstellerin Siri Hustvedt („Der Sommer ohne Männer“).
Abends ist die Premiere von „Sunny Dancer“ mit Bella Ramsey („The Last of Us“) und Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“) geplant.
Am Wochenende geht es dann unter anderem mit der britischen Musikerin Charli xcx weiter, die eine Satire über das Musikgeschäft gedreht hat. Außerdem werden unter anderem Pamela Anderson und Callum Turner auf der Berlinale erwartet, die im Wettbewerbsfilm „Rosebush Pruning“ mitspielen. Sonntag läuft dann ein Film über die Heavy-Metal-Band Judas Priest.