1. MZ.de
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Ansichtssache: Der Thermometer-Sprenger

Ansichtssache Der Thermometer-Sprenger

Wie sich ein Neunjähriger um den Schulbesuch drücken wollte.

Von Siegfried Denzel 26.01.2026, 18:13
Solche Quecksilber-Thermometer sind mancherorts noch im Einsatz.
Solche Quecksilber-Thermometer sind mancherorts noch im Einsatz. Foto: dpa

Wer sagt denn, dass die heutigen Kinder nicht mehr kreativ sind? Es ist wohl eher eine Frage des Wollens: Und da wollte ein Neunjähriger aus Bayern morgens partout nicht in die Schule. Ob es einen Mathe-Test zu schwänzen galt oder ein Deutsch-Diktat, ist zwar nicht bekannt – doch der Junge hatte eine brandheiße Idee, um hohes Fieber und damit seine Schulunfähigkeit nachzuweisen.

Dass am Ende Feuerwehr und Polizei anrücken mussten, beweist jedoch, dass der Neunjährige noch einiges zu lernen hat – und regelmäßiger Schulbesuch nicht zu verachten wäre. Denn er dachte, dass ihm der vorgeheizte Backofen in der elterlichen Küche einen gehörigen „Krankheitsschub“ verschaffen könnte.

Also legte er das in seiner Familie noch ganz traditionell verwendete Quecksilber-Thermometer bei 200 Grad in den Ofen – und sprengte damit nicht nur alle herkömmlichen Fieberskalen, sondern das Messinstrument gleich mit. Wegen des ausgetretenen Schwermetalls musste die Feuerwehr das ganze Haus durchlüften, und der Backofen ist nicht mehr zu gebrauchen. Die Lektion für den Jungen? Für Fieber reichen „schon“ 38 Grad.