3. Fußball-Liga Cottbus schießt sich nach vorn und Aue tiefer in den Keller
In einem emotionalen, aber nicht hochklassigen Ost-Duell ist der Gast am Ende nach zwei Standardtoren die glücklichere Mannschaft. Die Fans sorgen für eine unrühmliche Unterbrechung.

Aue - Energie Cottbus ist zurück an der Tabellenspitze und hat damit den FC Erzgebirge Aue noch tiefer in den Abstiegsschlamassel geschossen. Beim 2:1 (1:1)-Erfolg im Erzgebirge erwies sich das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz als das cleverere. Marcel Bär hatte die Gastgeber bereits nach fünf Minuten in Führung gebracht, King Manu (12.) egalisierte für die Lausitzer. Axel Borgmann markierte in der 87. Minute vor knapp 12.000 Zuschauern den Cottbuser Siegtreffer. Aue bleibt damit weiter unterm Strich und hat nun vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.
Nach 51 Minuten wurde die Partie von Schiedsrichter Lukas Benen unterbrochen, nachdem Auer Fans zu einem Platzsturm auf den Cottbuser Block angesetzt hatten. Vorausgegangen war das Ausrollen eines provozierenden Plakats durch Gäste-Fans. Der Polizei, die wegen der Einordnung der Partie als Hochsicherheitsspiel mit einem Großaufgebot im Erzgebirge war, gelang es sehr schnell, wieder für Ruhe zu sorgen, so dass nach 14 Minuten die Partie fortgesetzt werden konnte.
Klare Energie-Vorteile von Energie in Halbzeit eins
Auf den guten Auer Beginn mit einem Traumtor von Bär reagierte Energie im Stile einer Spitzenmannschaft. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor von Martin Männel, der bei einem Kopfball von Manu machtlos war. Danach lag die Cottbuser Führung mehrfach in der Luft. Die Gastgeber fanden im Spiel nach vorn bis zur 40. Minute eher nicht mehr statt, verloren den Ball zumeist schon im Spielaufbau und gerieten deshalb massiv unter Druck. Erst nach einem Eckball hatte Jamilu Collins (39.) die zweite Veilchen-Chance im Spiel. Im Gegenzug vergab Axel Borgmann nach einem Konter etwas kläglich.
Aue nach dem Wechsel mutiger, Cottbus cleverer
Nach dem Wechsel begann Aue wieder druckvoll und hatte durch Jannic Ehlers (47.) nach einem Fangfehler von Marius Funk die Chance zur erneuten Führung, aber Anderson Lucoqui klärte aufmerksam. Nachdem die Lausitzer danach das Spiel wieder kontrollierten, selbst aber wenig für gefährliche Momente vor dem Auer Tor taten, wurden die Erzgebirger mutiger. Einen Seitfallzieher des eingewechselten Julian Günther-Schmidt (72.) klärte unglücklich Teamkollege Bär.
Die Gäste blieben besonders bei Kontern gefährlich. Justin Butler (82.) prüfte mit einem Aufsetzer Männel. Bei Borgmanns Treffer drei Minuten vor dem Ende war der Keeper machtlos. Tolcay Cigerci hatte einen Freistoß auf seinen Bruder Tolga serviert, der den Ball in die völlig verwaiste Mitte köpfte, wo der Energie-Kapitän dann den Siegtreffer erzielte.