Bergarbeiter-Streit Bolivien: Vizeminister Rodolfo Illanes offenbar von streikenden Bergarbeitern erschlagen

La Paz - In Bolivien haben streikende Bergarbeiter Medienberichten zufolge den stellvertretenden Innenminister Rodolfo Illanes erschlagen. Die Arbeiter hätten den 56-Jährigen verschleppt, berichtete ein örtlicher Hörfunksender unter Berufung auf Augenzeugen. Offiziell bestätigt wurde dies bislang nicht. Die bolivianische Regierung hatte aber mitgeteilt, Illanes sei entführt worden und werde in der Ortschaft Panduro, rund 160 Kilometer von der Hauptstadt La Paz entfernt, festgehalten. Es bestehe die Gefahr, dass Illanes gefoltert werde.
17 Polizisten verletzt
Die Bergarbeiter verlangen die Änderung des kürzlich verabschiedeten Bergbau-Gesetzes. Sie fordern unter anderem mehr Schürfrechte und das Recht, für Privatfirmen zu arbeiten. Die Proteste schlugen in dieser Woche in Gewalt um, nachdem die Arbeiter eine Autobahn blockiert hatten. Zwei Bergarbeiter starben, als die Polizei auf sie schoss. Nach Regierungsangaben wurden 17 Polizisten verletzt.
Die Vereinigung der Bergbaukooperativen, Fencomin, hat zu unbefristeten Protesten aufgerufen, nachdem Verhandlungen mit der Regierung gescheitert waren. Die Fencomin war einst ein enger Verbündeter des linken Präsidenten Evo Morales. (rtr)