1. MZ.de
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Entwicklung der Vogelgrippe: Bleibt die Geflügelpest ein Risiko?

Entwicklung der Vogelgrippe Bleibt die Geflügelpest ein Risiko?

Um die 185.000 Tiere wurden in Brandenburg wegen der Geflügelpest getötet. Obwohl es weniger Virusnachweise gibt und Auflagen gelockert werden, ist die Gefahr laut Ministerium nicht gebannt.

Von dpa 30.11.2025, 06:00
Viele tausend Enten und anderes Geflügel mussten im Oktober und November wegen der Vogelgrippe in zahlreichen Agrarbetrieben in Brandenburg getötet werden. (Archivbild)
Viele tausend Enten und anderes Geflügel mussten im Oktober und November wegen der Vogelgrippe in zahlreichen Agrarbetrieben in Brandenburg getötet werden. (Archivbild) Christophe Gateau/dpa

Potsdam - Seit rund zwei Wochen ist kein Vogelgrippe-Fall mehr in einer Geflügelhaltung in Brandenburg gemeldet worden - doch Entwarnung will das Agrarministerium noch nicht geben. Das Geschehen sei nach wie vor dynamisch, sagte ein Ministeriumssprecher. Auch wenn der jüngste Ausbruch einige Zeit zurückliege, könne es weitere Fälle geben. 

In Sachsen-Anhalt etwa breitete sich die Geflügelpest aus: Erst am Donnerstag wurde gemeldet, dass dort in einem Entenmastbetrieb das Virus nachgewiesen wurde. In Brandenburg mussten im Herbst bislang mehr als 185.000 Tiere - vor allem Gänse, Enten, Puten und Masthühner - getötet werden. 

Landkreis Oder-Spree meldet Entspannung

Zugleich meldete der Landkreis Oder-Spree, die Zahl der Virusnachweise bei Wildvögeln sei zurückgegangen und das Risiko einer Einschleppung in Geflügelbestände geringer als in den vergangenen Wochen. Schutzmaßnahmen werden gelockert. Doch die Pflicht, Geflügel im Stall unterzubringen, ist noch nicht komplett aufgehoben. 

In Gemeinden mit einer Geflügeldichte von mehr als 100 Tieren pro Quadratkilometer gelte sie weiterhin, so der Landkreis Oder-Spree. In den übrigen Gemeinden kann Geflügel ab Sonntag (30. November) wieder im Freien gehalten werden.

Bislang 13 Fälle in Betrieben in Brandenburg

Mitte November wurde in Brandenburg der 13. Ausbruch der Geflügelpest in einem Betrieb gemeldet - bei Enten im Landkreis Märkisch-Oderland. Der Geschäftsführer des Spargelhofs in Kremmen, Malte Voigts, sagte, dass er trotz tausender getöteter Tiere in die Gänse- und Entensaison gestartet sei - auch dank vieler Angebote aus anderen Regionen Brandenburgs, Geflügel zuzukaufen.

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist eine hochansteckende und bei vielen Vogel- und Geflügelarten rasch tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Im Linumer Teichland (Kreis Ostprignitz-Ruppin) wurden im Oktober massenhaft tote Kraniche eingesammelt und beseitigt. Das Ministerium ging von bis zu 2.800 verendeten Vögeln aus.