Albert Einstein

Albert Einstein: Das Jahrhundertgenie wäre am 14. März 125 geworden

Hamburg/dpa. - Albert Einstein - kein anderer Forscher wird inder Öffentlichkeit so verehrt und gleichzeitig so wenig verstandenwie das Jahrhundertgenie. Und wie seine wissenschaftlichen Arbeitenwaren auch Einsteins politischen Ansichten oft alles andere alspopulär. «Woher kommt es, dass mich niemand versteht und jeder mag?»,hat sich der am 14. März vor 125 Jahren in Ulm geborenen Einsteineinmal in einem Zeitungsinterview ...

Von Till Mundzeck 04.03.2004, 10:41
Der Physiker Albert Einstein streckt die Zunge heraus (Archivfoto vom 18.04.1955). Dieses mittlerweile weltbekannte Foto verschickte der unkonventionelle Wissenschaftler gern als Gruß an seine Freunde. Der Begründer der Relativitätstheorie erhielt 1921 für seine Beiträge zur Quantentheorie, besonders für seine Deutung des Photoeffekts, den Nobelpreis für Physik. Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey. Seit 1940 war er amerikanischer Staatsbürger. (Foto: dpa)
Der Physiker Albert Einstein streckt die Zunge heraus (Archivfoto vom 18.04.1955). Dieses mittlerweile weltbekannte Foto verschickte der unkonventionelle Wissenschaftler gern als Gruß an seine Freunde. Der Begründer der Relativitätstheorie erhielt 1921 für seine Beiträge zur Quantentheorie, besonders für seine Deutung des Photoeffekts, den Nobelpreis für Physik. Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey. Seit 1940 war er amerikanischer Staatsbürger. (Foto: dpa) UIP

Albert Einstein - kein anderer Forscher wird inder Öffentlichkeit so verehrt und gleichzeitig so wenig verstandenwie das Jahrhundertgenie. Und wie seine wissenschaftlichen Arbeitenwaren auch Einsteins politischen Ansichten oft alles andere alspopulär. «Woher kommt es, dass mich niemand versteht und jeder mag?»,hat sich der am 14. März vor 125 Jahren in Ulm geborenen Einsteineinmal in einem Zeitungsinterview gewundert.

«Einstein hat unser Weltbild verändert wie kaum ein andererWissenschaftler», erklärt der deutsche Physiknobelpreisträger Prof.Wolfgang Ketterle. «Er brachte der Menschheit die Erkenntnis, dassselbst Dinge wie Zeit und Raum keine fest vorgegebenen Größen sind»,ergänzt der geschäftsführende Direktor des Albert-Einstein-Institutsder Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Bernard F. Schutz. «Das hatte auchAuswirkungen auf Philosophie, Kunst und Literatur.»

Als «technischer Experte III. Klasse» am Berner Patentamt hatteEinstein in seinem «Wunderjahr» 1905 gleich vier bahnbrechendeArbeiten veröffentlicht. Darunter die Spezielle Relativitätstheorie,die auch direkt zur berühmten Formel E = mc² führte. Demnach istMasse nichts anderes als eine konzentrierte Form von Energie. Dieandere Konsequenz der Speziellen Relativitätstheorie ist, dass Raumund Zeit miteinander verwoben sind.

So unergründlich Einsteins Erkenntnisse vielen bleiben mögen, sogroß sind ihre Auswirkungen auf den Alltag. «Auf Einsteins damaligenIdeen gründet beispielsweise die gesamte Laser-Technik», erläutertSchutz. Einstein hatte - ebenfalls 1905 - in einem von ihm selbst als«sehr revolutionär» bezeichneten Aufsatz dem Licht unter bestimmtenUmständen auch die Eigenschaften von Teilchen zugesprochen und brachso mit der mehr als 100-jährigen Gewissheit der Physiker, dass Lichteine Welle sei. Dieser Beitrag zur Quantenphysik, nicht dieRelativitätstheorie, brachte ihm den Physiknobelpreis des Jahrs 1921.

Auch das Satellitennavigationssystem GPS würde ohne dieRelativitätstheorie nicht funktionieren. Denn Uhren laufen nach denGesetzen dieser Theorie in der Erdumlaufbahn etwas schneller als amErdboden. «Die Uhren der GPS-Satelliten wurden daher so gebaut, dasssie am Erdboden etwas nachgehen, damit sie in der Umlaufbahn synchronmit denen am Boden laufen», erläutert Schutz. «Ohne dieserelativistische Korrektur würde GPS innerhalb von Stunden nicht mehrmit der gewünschten Genauigkeit funktionieren.»

Ohne Einsteins Beiträge würde die Wissenschaft heute allerdingsnicht unbedingt anders aussehen. «Hätte Einstein nicht gelebt, hättenandere seine Entdeckungen gemacht - vielleicht zehn Jahre später.Selbst ein herausragender Forscher ist seiner Zeit nur um Jahrevoraus», meint Ketterle, der 2001 zusammen mit US-Kollegen für dieErschaffung eines neuen, von Einstein bereits 1925 vorausgesagtenAggregatzustands der Materie ausgezeichnet worden war, des sogenannten Bose-Einstein-Kondensats. Wie Ketterles Experimentebestätigen immer wieder neue ausgefeilte Versuche die visionärenVorhersagen Einsteins.

Einstein wird am 14. März 1879 als Sohn eines jüdischenKleinunternehmers in Ulm geboren. Nach seinem Studium amPolytechnikum in Zürich nimmt er eine Stelle am Patentamt in Bern anund heiratet seine Studienkollegin Mileva Maric, mit der er dreiKinder hatte. Nach seinen bahnbrechenden Arbeiten aus dem Jahr 1905wird die Fachwelt auf Einstein aufmerksam, in den folgenden Jahrenarbeitet er an den Hochschulen in Zürich und Prag, bis er 1914 einenRuf nach Berlin bekommt, dem damaligen Mekka der Physik. 1919 wirdseine Ehe mit Mileva geschieden, er heiratet seine Cousine Elsa.

Nach der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler entschließtsich Einstein, von einem Forschungsaufenthalt in den USA nicht mehrnach Deutschland zurückzukehren und wird von den Nazis ausgebürgert.Bereits zuvor hatte der Forscher, der sich stets politisch engagierthat - unter anderem für den Zionismus - massive antisemitischeAttacken auszuhalten. 1939 macht der überzeugte Pazifist US-PräsidentFranklin Roosevelt auf die Gefahr einer deutschen Atombombeaufmerksam und wird so zum Mitinitiator des amerikanischenAtombombenprojekts.

Später setzt er sich für eine weltweite Ächtung von Kernwaffenein, plädiert für eine Weltregierung und gerät - inzwischen als US-Staatsbürger - in der McCarthy-Ära für seine politischen Ansichtenerneut unter Beschuss. 1955 stirbt Einstein 76-jährig in Princeton(US-Staat New Jersey), ohne jemals wieder deutschen Boden betreten zuhaben. Drei Jahre zuvor wird ihm die israelischeStaatspräsidentschaft angetragen, was er jedoch ablehnt. Später sollEinstein geäußert haben: «Gleichungen sind wichtiger für mich, weilPolitik für die Gegenwart ist, aber eine Gleichung ist etwas für dieEwigkeit.»

Einstein im World Wide Web:

www.einstein-website.de

Albert Einsteins Berechnungen zur Relativitätstheorie (E=MC hoch zwei) sind unter einem Vergrößerungsglas auf dem Manuskript zu sehen (Archivfoto vom 08.03.1996). Das Schriftstück ist im Jahr 1996 bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby's in New York ohne Käufer geblieben. Kein Bieter wagte sich an den Schätzpreis, der umgerechnet bei rund vier Millionen Euro lag. Einstein, der Begründer der Relativitätstheorie erhielt 1921 für seine Beiträge zur Quantentheorie, besonders für seine Deutung des Photoeffekts, den Nobelpreis für Physik. Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey. Seit 1940 war er amerikanischer Staatsbürger. (Foto: dpa)
Albert Einsteins Berechnungen zur Relativitätstheorie (E=MC hoch zwei) sind unter einem Vergrößerungsglas auf dem Manuskript zu sehen (Archivfoto vom 08.03.1996). Das Schriftstück ist im Jahr 1996 bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby's in New York ohne Käufer geblieben. Kein Bieter wagte sich an den Schätzpreis, der umgerechnet bei rund vier Millionen Euro lag. Einstein, der Begründer der Relativitätstheorie erhielt 1921 für seine Beiträge zur Quantentheorie, besonders für seine Deutung des Photoeffekts, den Nobelpreis für Physik. Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey. Seit 1940 war er amerikanischer Staatsbürger. (Foto: dpa)
AFP/EPA
Albert Einstein (M) empfängt in Princeton Studenten der Yeshiva Universität. (L-r): Arthur Taub, Kurt Eisemann, Simon Auster, Einstein, William Frank und Seymour Aronson (Archivfoto vom August 1952). Der Physiker, durch seine Relativitätstheorie weltberühmt, erhielt 1921 für seine quantentheoretischen Arbeiten den Nobelpreis für Physik. Als Jude den Verfolgungen des Nazi-Terrors ausgesetzt, ging er nach deren Machtübernahme 1933 in die USA und nahm eine Lehrtätigkeit an der Universität in Princeton (New Jersey) auf; 1940 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten trat Einstein für den pazifistischen Gedanken ein und plädierte für eine übernationale Weltregierung. Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und verstarb am 18. April 1955 in Princeton. (Foto: dpa)
Albert Einstein (M) empfängt in Princeton Studenten der Yeshiva Universität. (L-r): Arthur Taub, Kurt Eisemann, Simon Auster, Einstein, William Frank und Seymour Aronson (Archivfoto vom August 1952). Der Physiker, durch seine Relativitätstheorie weltberühmt, erhielt 1921 für seine quantentheoretischen Arbeiten den Nobelpreis für Physik. Als Jude den Verfolgungen des Nazi-Terrors ausgesetzt, ging er nach deren Machtübernahme 1933 in die USA und nahm eine Lehrtätigkeit an der Universität in Princeton (New Jersey) auf; 1940 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten trat Einstein für den pazifistischen Gedanken ein und plädierte für eine übernationale Weltregierung. Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und verstarb am 18. April 1955 in Princeton. (Foto: dpa)
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