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Großprojekt 10 Millionen Euro für Naturschutz im Thüringer Wald

Der Thüringer Wald zieht Ausflügler und Urlauber vor allem wegen der Natur und der Wandermöglichkeiten an. Bäume, Moore und Bäche spielen auch eine wichtige Rolle beim Klimaschutz.

Von dpa 02.03.2026, 17:11
Trockene Moore im Thüringer Wald sollen wieder vernässt werden, damit sie ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher wahrnehmen können.
Trockene Moore im Thüringer Wald sollen wieder vernässt werden, damit sie ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher wahrnehmen können. Bodo Schackow/dpa

Schmiedefeld am Rennsteig - Der Thüringer Wald wird für seine Rolle bei Klimaschutz und Artenvielfalt langfristig fit gemacht. In einem Naturschutzgroßprojekt sollen dafür in den nächsten zehn Jahren Bäche renaturiert, trockene Moore wieder vernässt und Bergwiesen erhalten und gepflegt werden. Dafür stellen Bund, Land und die Naturstiftung David insgesamt rund 10,4 Millionen Euro zur Verfügung, wie das Thüringer Umweltministerium zum Projektstart mitteilte. Es geht dabei um eine Fläche von insgesamt 6.100 Hektar.

Vorgesehen ist etwa, an 42 Mooren die Entwässerung zu beenden oder Wasserstände anzuheben, um deren natürliche Speicherfunktion wieder herzustellen. Intakte Moore spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. Sie binden Kohlenstoff. Werden sie trockengelegt, geben sie durch die Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) frei. Im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald gibt es 73 Moore, überwiegend in den höheren Lagen.

Auch Bergwiesen im Blick

Außerdem sollen Bauten, die die Durchgängigkeit von Bächen beeinträchtigen, entfernt oder umgebaut werden. Für etwa 154 Hektar Berggrünland würden gemeinsam mit deren Bewirtschaftern Möglichkeiten einer stärkeren Nutzung abgestimmt und umgesetzt. Es gelte, Verbuschung der Wiesen zu verhindern. Sich ausbreitende invasive Arten wie die Staudenlupine sollen bekämpft werden.

Drei Viertel der für das Großvorhaben zur Verfügung stehenden Summe kommen vom Bund. Das Land Thüringen beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro zu 15 Prozent an der Finanzierung. Gut eine Million Euro steuern die Naturstiftung David und weitere Partner bei. Praktisch umsetzen sollen die Maßnahmen neben dem Biosphärenreservat die Landesforstanstalt Anrainerkommunen wie die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Ilm-Kreis und die Stadt Suhl.