Verkehrschaos

Verkehrschaos rund um die A9: Tausende stehen bei Bitterfeld und Dessau im Stau

Halle (Saale) - Mega-Stau rund um die A 9 bei Bitterfeld und Dessau: Gleich vier Lkw-Unfälle innerhalb weniger Stunden haben den Verkehr am Mittwoch lahmgelegt.

Von Nicolas Ottersbach

Mega-Stau rund um die A 9 bei Bitterfeld und Dessau: Gleich vier Lkw-Unfälle innerhalb weniger Stunden haben den Verkehr am Mittwoch lahmgelegt.

Tausende Autofahrer kamen kaum von der Stelle, stundenlange Verspätungen waren die Folge. Da auch die Umleitungsstrecken überlastet waren, regierte vor allem im Berufsverkehr der Fahrer-Frust. Die Strecke von Halle nach Bitterfeld war nicht unter zwei Stunden zu schaffen, berichteten MZ-Leser.

Bereits kurz nach Mitternacht war ein Lastwagen umgekippt, weshalb die Autobahn zwischen Brehna und Bitterfeld gesperrt werden musste. Der 32-jährige Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Am Stauende in Dessau rasten dann gegen 13 Uhr zwei weitere Lkw ineinander und brannten aus. Ein Fahrer liegt im Krankenhaus, der andere konnte nur noch tot geborgen werden. Auch hier wurde die A 9 gesperrt, die Löscharbeiten der Feuerwehr dauerten Stunden. Bei den Unfällen entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Auf der Umleitung, der Bundesstraße 183 bei Zörbig, kollidierten zweimal jeweils ein Auto und ein Lastwagen. Diese beiden Unfälle passierten nicht zuletzt, weil sich auch 40-Tonner durch die kleinsten Orte und über schmale Straßen quälten. „Der Verkehr hat sich neue Strecken gesucht, aber selbst die Schleichwege waren dicht“, erzählte Bernd Schiller vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld.

Er und seine Kollegen waren mit der Autobahnpolizei unterwegs und versuchten, Ordnung in das Chaos zu bringen. Vergeblich. Denn über die A 9 rollt der Verkehr für gewöhnlich auf sechs Spuren. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Berlin und München wird nicht nur von Pkw, sondern auch von Lkw stark genutzt.

Hinzu kommt, dass die Verkehrslage auf der A 9 ohnehin angespannt ist. Im Abschnitt, in dem sich der erste Unfall ereignete, ist die Straße auf mehr als zehn Kilometern Länge wegen Bauarbeiten momentan nur auf vier Spuren befahrbar. Deshalb gab es auch eine Komplettsperrung: Der verunglückte Milchtransporter hatte die Mittelleitplanke durchbrochen.

Um den Verkehr besser einschätzen und lenken zu können, überflog ein Polizeihubschrauber das Gebiet. „Wir haben alternative Umleitungsstrecken geprüft, allerdings ohne großen Erfolg“, sagte Thomas Lange von der Autobahnpolizei. Denn selbst auf den Umleitungen gab es viele Verkehrsbehinderungen.

Ein Beispiel: Wären Autofahrer an der Anschlussstelle Dessau-Ost heruntergefahren und auf die B 107 Richtung Gräfenhainichen ausgewichen, hätte der Weg zwangsläufig über die B 100 Richtung Bitterfeld und damit in den nächsten Stau geführt: an einer Baustelle in Gröbern.

Deshalb versuchten Feuerwehr, Straßenmeisterei und eine Spezialfirma, die Autobahn so schnell wie möglich wieder freizugeben. Dennoch dauerte die Bergung mehr als 15 Stunden. Der mit Milch beladene Lastwagen war kurz vor der Baustelle in der Einfädelspur umgekippt. Das Gespann musste mit einem Kran aufgerichtet und abgeschleppt werden. Zudem entfernten die Helfer Diesel, Öl und Milch von der Fahrbahn. Die Mittelleitplanke war auf einem Kilometer Länge beschädigt worden, die langwierige Reparatur unausweichlich. (mz)