„Wajut“-Jugendtreff in Halle

Spielen und Lernen für alle Altersgruppen

Jugendlichen fehlt es manchmal an Zuflucht, Verständnis und Hilfe. Besonders in Corona-Zeiten tritt dies häufiger zutage. Viele finden genau das, wenn sie den „Wajut“-Jugendtreff in Halle besuchen. Wie die Einrichtung das Spielen und Lernen für alle Altersgruppen meistert.

Von Silvia Zöller
Ein Bauspielplatz entsteht am „Wajut“-Treff in Halle. Hier bauen Jugendliche eine Sitzecke zusammen.
Ein Bauspielplatz entsteht am „Wajut“-Treff in Halle. Hier bauen Jugendliche eine Sitzecke zusammen. Foto: Kison

Halle (Saale). Wolf Rothe kennt die Kinder nur zu genau, die den „Wajut“-Jugendtreff in Halle besuchen: Es sind die typischen Teenies, die sich zu Hause nicht verstanden fühlen, die durch das Homeschooling unter Druck stehen, die die sozialen Kontakte vermissen. Der Sozialpädagoge Rothe setzt daher in dem vom Waldorf-Verein betriebenen Treff auf eines: „Wir bieten hier außerschulische Bildung.“

„Wajut“-Jugendtreff in Halle: Bauspielplatz für alle

Und dafür hat Rothe ein Projekt gestartet, das auch finanziell von „Wir helfen“ unterstützt wird. Bereits im Vorjahr konnte der Jugendtreff mit Hilfe von Sponsoren ein 1.300 Quadratmeter großes Gelände direkt neben dem Jugendtreff an der Lauchstädter Straße kaufen.

„Hier sollen sich die Kinder einmal auspowern können“, sagt Rothe. Das Areal, auf dem noch einige Garagen stehen, soll ein Bauspielplatz für alle werden: Es wird eine Sandkiste geben, die mit Lehm und Wasser befüllt werden kann, so dass vor allem die jüngeren Kinder nach Belieben matschen können.

In Hochbeeten können junge wie ältere Besucher Gemüse oder Kräuter anbauen, die später auch für den Kochklub des Treffs verwendet werden - der unter anderem auch das Catering für den halleschen Stadtrat ausrichtet. Übrigens fast komplett vegetarisch.

„Wajut“-Bauspielplatz in Halle: Obstbäume, Hochbeete, Sitzplätze - Alle packen an

„Auf dem Areal stehen noch alte Obstbäume, etwa Kirschen, Pflaume, Birne und Apfel“, listet Rothe auf. Daraus und aus den massenhaft wachsenden Brombeeren werden dann gemeinsam Marmeladen gekocht. Vielleicht schon im kommenden Sommer in der Freiluftküche, die auch auf dem Areal entstehen soll.

An einem großen Sitzplatz für alle schrauben derzeit die Jugendlichen: Mit Paletten werden hier praktische Outdoor-Möbel zusammengesetzt. Und mit Hammer und Säge sollen auch die Kleineren hier lernen können: „Für die Benutzung von Werkzeugen werden sie dann erst einmal einen Führerschein ablegen“, erklärt der Sozialpädagoge.

Die Möglichkeiten, die der Bauspielplatz vielleicht schon ab Sommer bieten wird, sollen sehr breit sein: Wie Fachwerk gebaut wurde, können hier Kinder und Eltern lernen, im Gewächshaus können auch sensiblere Gemüse angebaut werden und im Klettergarten kann man sein Geschick üben.

„Wajut“-Jugendtreff in Halle: Workshops zum Bauen und Schrauben in Planung

„Wir wollen auch Workshops anbieten, etwa zum Bau von Vogelhäusern oder zu anderen jahreszeitlichen Arbeiten“, sagt Wolf Rothe, „auch für Schulklassen“. Und sollte es doch einmal regnen, so soll ein alter Bauwagen trotzdem den Aufenthalt auf dem Bauspielplatz am „Wajut“ möglich machen.