Sozialminister

Sozialminister: Mehr reguläre Jobs für Behinderte

Magdeburg/MZ - Der Grund: In Sachsen-Anhalt leben im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Menschen mit Behinderung in Heimen oder arbeiten in geschützten Werkstätten.

Von Hendrik Kranert-Rydzy 10.04.2013, 19:22

Der Grund: In Sachsen-Anhalt leben im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Menschen mit Behinderung in Heimen oder arbeiten in geschützten Werkstätten.

Während im Bundesdurchschnitt pro 1 000 Einwohnern 2,7 Heimplätze bereitgehalten werden, sind es in Sachsen-Anhalt 4,4 Plätze. Bei den Arbeitsplätzen in geschützten Werkstätten sind es bundesweit 3,3, in Sachsen-Anhalt aber vier Beschäftigte je 1 000 Einwohner. In der Folge gibt Sachsen-Anhalt jährlich 386 Millionen Euro für die Eingliederung behinderter Menschen aus. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten Ausgaben für Sozialhilfe.

„Wenn Inklusion der zentrale Gedanke sein soll, dann gehören behinderte Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt. Das erspart dem Landeshaushalt auch Millionen Euro“, sagte Bischoff am Dienstag in Magdeburg.

Zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit, der Wirtschaft sowie dem Kultus- und dem Wirtschaftsministerium will Bischoff daher noch mehr Anstrengungen unternehmen, behinderte Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Es sei bislang ein „gewisser Automatismus am Werk“, wonach Menschen mit Behinderung direkt vom geschützten Raum Schule in geschützte Werkstätten wechseln würden. Der Sozialminister sprach sich dafür aus, künftig mehr Geld für die Integration behinderter Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugeben und dafür bei den Zuschüssen für Werkstätten für Behinderte zu kürzen. Bischoff sagte, er sei sich darüber im Klaren, dass dies nicht auf Begeisterung bei den Trägern der Werkstätten stoßen wird. Arbeit bedeute aber auch selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe: „Dies dürfen wir behinderten Menschen nicht verwehren, indem wir sie frühzeitig in geschützte Werkstätten verweisen.“