Brandschutz im Raum Könnern

Warum Wehr noch nicht ins neue Gebäude einzieht

Seit dem Frühjahr 2019 wird das neue Gerätehaus errichtet und ist nun fertig - trotzdem dürfen die Kameraden noch nicht einziehen.

Von Carsten Roloff
Demnächst sollen die Arbeiten am Außengelände des neuen Feuerwehrgerätehauses in Könnern beginnen. (Foto: Engelbert Pülicher)

Könnern - Von außen sieht es nicht nur wie neu, sondern auch schon bezugsfertig aus. Aber immer noch können die Kameraden der Feuerwehr in Könnern nicht in ihr hochmodernes Feuerwehrgerätehaus umziehen, sondern rücken wie seit Jahrzehnten bei Alarm von ihrer viel zu eng gewordenen Behausung an der Neuen Straße 1 zu ihren Einsätzen aus.

„Wir müssen uns noch etwas gedulden. Es scheint zwar so, als ob wir jeden Moment einziehen könnten, aber es liegen noch einige Arbeiten an“, weiß Stadtwehrleiter Detlef Röthling, der mit seinen Kameraden seit vier Jahren der Fertigstellung des Projekts entgegenfiebert.

Die Umsetzung des Bauvorhabens, das ursprünglich schon im vergangenen Jahr realisiert worden sein sollte, hat sich erheblich verzögert. Daran trägt diesmal ausnahmsweise nicht die Corona-Pandemie die Hauptschuld.

Die Stadt bekam von der Kommunalaufsicht erst im zweiten Anlauf den Haushalt für das vergangene Jahr genehmigt. Dieser Fakt stellte den größten Bremsklotz dar. Solange der Finanzplan nicht stand, solange konnten auch die Aufträge an die Unternehmen für die umfangreichen Restarbeiten bei den Außenanlagen nicht ausgeschrieben werden. Dies geschah erst im Herbst vergangenen Jahres. Eine kleine Aktie hatte außerdem der ungewöhnlich harte Winter.

Deswegen ist es lange Zeit komplett ruhig auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in Könnern geblieben. Doch seit Montag herrscht wieder etwas Leben auf dem Bauland. Es wurden Vermessungen vorgenommen - der Startschuss für die noch anstehenden Arbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus, die nun endlich in Angriff genommen werden können.

„Solange die Außenanlagen nicht fertig sind, kann der Bau nicht abgenommen werden.“

Mario Brauns, Bauamtsleiter der Stadt Könnern

Vor allem an den Außenanlagen ist fast noch gar nichts gemacht. So sollen unter anderem ein behindertengerechter Zugang errichtet und Fußwege im unmittelbaren Bereich des Neubaus erneuert werden.

„Solange, wie nicht alle potenziellen Unfallquellen beseitigt und die Außenanlagen nicht fertig sind, kann der Bau nicht abgenommen werden“, erklärte Könnerns Bauamtsleiter Mario Brauns. Die Arbeiten im Innenbereich sind dagegen schon seit einer Weile so gut wie abgeschlossen. Es muss nur noch die Computertechnik installiert werden. Die Anschlüsse dafür sind bereits vorhanden.

Mit dem Abriss der ehemaligen Ziegelei im Herbst 2017 hatte alles begonnen. Doch schon der Auftakt für die Realisierung des damals 3,2 Millionen und heute knapp vier Millionen Euro teuren Investitionsprojekts, an dem 30 Firmen beteiligt waren, verlief nicht wie gewünscht. Statt im Frühjahr 2018 konnte die Grundplatte erst ein halbes Jahr später gegossen werden. Die unbedingt notwendigen Vorarbeiten hatten weitaus mehr Zeit in Anspruch genommen, als im Vorfeld erwartet wurde.

Im Interesse der Bürger wäre ein starker Endspurt wünschenswert. Die Kameraden der Wehr stehen allein schon durch den Klimawandel vor hohen Herausforderungen - nicht nur wegen der heißen Sommer in den vergangenen drei Jahren. Auch bei Sturm und Hochwasser sind die Menschen der Region auf die Feuerwehr angewiesen. Der Neubau des Gerätehauses trägt entscheidend dazu bei, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu gewährleisten. (mz)