Flächennutzungsplan

Streit um Baugebiet im Ortschaftsrat in Gerbitz geht weiter

Bürgermeisterin Falke und Bauamtsleiterin Bader widersprechen den Argumenten von Ortsbürgermeister Maibaum.

Von Von Andreas Braun
Manuel Lichtenfeld wollte in Gerbitz bauen, doch wegen Problemen mit dem Grundstück nahm er davon Abstand.
Manuel Lichtenfeld wollte in Gerbitz bauen, doch wegen Problemen mit dem Grundstück nahm er davon Abstand. (Foto: Andreas Braun)

Gerbitz/MZ - Stefan Maibaum war der Verzweiflung nahe. Der Ortsbürgermeister hatte sich zur Ortschaftsratssitzung im Nienburger Ortsteil von der Stadtverwaltung Nienburg ausarbeiten lassen, wie viele von den im Flächennutzungsplan eingetragenen neun Baulücken denn wirklich auch zur Verfügung stehen. Es sind drei.

„Das ist doch nun ein realistisches und ehrliches Bild. Damit kann man doch arbeiten“, schlussfolgerte er. Denn die Gerbitzer fühlen sich im zweiten Entwurf des Flächennutzungsplanes arg benachteiligt. Sie würden gern ein Baugebiet mit im Flächennutzungsplan verankert haben, das sich am Ortsausgang in Richtung Nienburg befindet, und zwar den Teil davon, der sich direkt an die Ortsbebauung anschließt.

Doch egal, was Maibaum ins Feld führte an Argumentationen, es wurde von Bauamtsleiterin Katrin Bader und Bürgermeisterin Susan Falke abgelehnt. „Ich verstehe doch das Anliegen. Aber wir gehen davon aus, wenn wir das so aufnehmen, dann wird der Flächennutzungsplan nicht genehmigt. Es sind alle Baulücken aufzuführen und es geht nicht um die Verfügbarkeit“, so Katrin Bader.

„Wir gehen davon aus, wenn wir das so aufnehmen, dann wird der Flächennutzungsplan nicht genehmigt.“

Katrin Bader, Leiterin des Bauamts der Stadt Nienburg

Es müsse sich nachweisen lassen, dass ein Bedarf bestehe, der sich aus der Entwicklung des Dorfes ergebe. Der sei nicht gegeben. Das heißt auch, dass Bauwillige aus dem Dorf als Bedarf zählen, nicht aber Leute, die zuziehen, so Susan Falke zur MZ.

Maibaum führte an, dass es mehr Bauwillige seien als es verfügbare Fläche gebe und es daher doch niemandem schade, wenn das zusätzliche Baugebiet in den Flächennutzungsplan aufgenommen werde. Doch dem widersprach Susan Falke. Faktisch sind die neun Baulücken da und es gebe in der Verwaltung vorliegend fünf Bewerber für den Bau von Häusern in Gerbitz. Es sei alles sehr verwaltungstechnisch, aber man müsse sich an die Gesetze halten.

Anja Kubicki (UWG Landgemeinden) war unzufrieden mit den Antworten, aber sah auch, dass die Verwaltung nicht viel ändern könne. Es müssten die Gesetze geändert werden. Denn das, was hier gerade diskutiert werde, habe mit der Realität nichts zu tun.

„Ich lasse mir nicht immer unterstellen, dass ich nichts unternehme.“

Nienburgs Bürgermeisterin Falke zum Vorwurf von Ortsbürgermeister Maibaum

Das sah auch Maibaum schweren Herzens ein, warf aber der Bürgermeisterin vor, dass sie zu wenig tue, um an der Situation etwas zu ändern. Dann müsse man das mal bei anderen Stellen auch anbringen, damit sich etwas ändere. „Ich lasse mir nicht immer unterstellen, dass ich nichts unternehme“, antwortete Susan Falke erbost. Man sage das schon bei den entsprechende Gelegenheiten bei höheren Behörden, so die Bürgermeisterin.

Auch Karl-Heinz Pankrath (UWG Landgemeinden) fand nach langer Diskussion, dass es eben so ist, wie es ist und er forderte Maibaum auf, das nicht noch mehr in die Länge zu ziehen.

Dennoch wolle man nichts unversucht lassen und dem Stadtrat vorschlagen, dass er das Baugebiet mit in den zweiten Entwurf aufnimmt. Der Stadtrat, so Maibaums Hoffnung, soll auf sein Bestreben hin auch die Zahlen zur Verfügbarkeit der Baugrundstücke bekommen.