Börsen-Planspiel

Planspiel Börse der Salzlandsparkasse: Neunt- und Zehntklässler lernen Aktienhandel kennen

Staßfurt - Martin Kola von der Adam-Olearius-Schule Aschersleben verfolgte in den vergangenen Monaten relativ genau, wie sich die Insolvenz von Air Berlin auf die Branche auswirkte. Der Neuntklässler hatte gemeinsam mit seinen Mitspielern Sarah Gonter, Laura Krätzig und Vincent Machemehl nämlich kräftig in Lufthansa-Aktien ...

Von Marko Jeschor

Martin Kola von der Adam-Olearius-Schule Aschersleben verfolgte in den vergangenen Monaten relativ genau, wie sich die Insolvenz von Air Berlin auf die Branche auswirkte. Der Neuntklässler hatte gemeinsam mit seinen Mitspielern Sarah Gonter, Laura Krätzig und Vincent Machemehl nämlich kräftig in Lufthansa-Aktien investiert.

Fiktiv zwar beim Planspiel Börse der Salzlandsparkasse. Emotional mussten sich die zwischenzeitlichen Gewinne und Verluste jedoch ziemlich echt angefühlt haben. Martin Kola aus Cochstedt zeigte sich nun am Dienstagabend in Staßfurt bei der Siegerehrung doch etwas enttäuscht. „Hätten wir zwischendurch nicht verkauft, sondern die Aktien behalten, hätten wir am Ende mehr Plus gemacht.“

Sieg für das Team des Dr.-Frank-Gymnasiums Staßfurt

Profis würden das wahrscheinlich als Jammern auf hohem Niveau abtun, immerhin ging das Team von der freien Gemeinschaftsschule mit rund 53.500 Euro aus dem Wettbewerb, was zu einem stolzen dritten Platz bei 51 Mannschaften aus dem Landkreis reichte. Zweiter wurde das Team um Jonas Golok, Johannes Heim, Anne Kramer, Lucy Reiche und Julia Schönfuß von der Sekundarschule Nachterstedt.

Die Zehntklässler machten aus ihrem Startkapital von 50.000 Euro mehr als 53.800 Euro. Gewonnen hat ein Team vom Dr.-Frank-Gymnasium Staßfurt mit 55.900 Euro. Diese Summe reichte auch zu einem zweiten Platz in Sachsen-Anhalt und wurde mit 400 echten Euro vom Ostdeutschen Sparkassenverband belohnt.

Die Hälfte der Teams machte virtuelle Verluste

Dass die Siegermannschaften zwischen September und Dezember vergangenen Jahres durchaus Instinkt beim Aktienhandel bewiesen, belegte unterdessen Sparkassen-Koordinator Axel Thörmer. Seiner Aussage nach fuhr die Hälfte aller teilnehmenden Teams bei insgesamt 1.839 Transaktionen und einem Gesamtumsatz an allen sechs europäischen Börsenplätzen von 8,4 Millionen Euro einen Verlust ein.

Doch egal, welche Erfahrung die Schüler nun machten, das Ziel hat die Salzlandsparkasse in jedem Fall wieder erreicht: praktisch zu vermitteln, wie die Börse funktioniert. Denn: Aktien seien für viele Deutsche ein Buch mit sieben Siegeln, wie Sparkassenvorstand Hans-Michael Strube erklärte.

Vielen Menschen ist das Thema zu kompliziert

Vielen sei es schlicht zu kompliziert. Wobei zumindest aus der technischen Perspektive keine Rede mehr davon sein kann. Die Schüler nutzen für den Aktienhandel einfach eine App auf ihrem Smartphone. Zur Entscheidungsfindung richteten sie eine WhatsApp-Gruppe ein, wie Lucy Reiche von der Nachterstedter Sekundarschule erklärte.

Als Dank für die erfolgreiche Teilnahme durften sich die drei Siegermannschaften übrigens nicht nur ein paar Tipps vom Sparkassenvorstand anhören: „An der Börse zu spekulieren, ist Glückssache. Selbst für Profis.“ Und: „Gier frisst Hirn.“ Die Schüler werden außerdem einen Tag schulfrei bekommen und in einen Freizeitpark fahren. (mz)