Eintracht Winningen

Eintracht Winningen : Tiefschlag am Sonntag mit sechs Gegentoren

Winningen - Uwe Schwierske hat schon viel erlebt als Trainer. Aber, dass er mit einer seiner Mannschaften mal 1:6 verloren hat, da muss er lange überlegen. „Ich kann mich nicht erinnern.“ Jetzt ist es aber doch passiert. Mit Eintracht Winningen im Landesklassenspiel gegen ...

Von Detlef Liedmann

Uwe Schwierske hat schon viel erlebt als Trainer. Aber, dass er mit einer seiner Mannschaften mal 1:6 verloren hat, da muss er lange überlegen. „Ich kann mich nicht erinnern.“ Jetzt ist es aber doch passiert. Mit Eintracht Winningen im Landesklassenspiel gegen Wernigerode.

„Das muss ich erst einmal sacken lassen“, so der Coach nach dem Sonntagsspiel. In der Vorsaison war mit seinem Team als Aufsteiger noch das abwehrstärkste Team der Liga. Und nun das: Drei Partien, zehn Gegentreffer. „Jetzt wissen alle schon ein bisschen mehr über uns“, sagt Schwierske.

„Unsere beiden Innenverteidiger haben mehr oder weniger jedes Kopfballduell verloren“

Dabei hatte das Spiel vor 125 Zuschauern perfekt angefangen für Winningen. Nach acht Minuten war Mateus da Costa auf der linken Seite entwischt und hatte zum 1:0 getroffen. Doch laut Schwierske hätten die Wernigeröder schnell gemerkt, woran es dem Winninger Spiel an diesem Sonntag krankte. „Unsere beiden Innenverteidiger haben mehr oder weniger jedes Kopfballduell verloren. Das haben die Gäste mit langen und hohen Bällen ausgenutzt“, beschreibt Schwierske die Krux. Spiegelbild dessen war der Ausgleich. Die Ecke sei noch nicht mal unerreichbar gewesen.

Doch quasi aus dem Stand konnte Julian Dahlhaus nahezu unbedrängt einköpfen. Und beim zweiten Gegentreffer habe sich die Mannschaft wie ein Nachwuchsteam verhalten.

Hatte der Schiedsrichter richtig entschieden?

Winningen hatte Freistoß aus der eigenen Hälfte heraus. „Ich verstehe nicht, warum da plötzlich alle so weit aufgerückt sind“, sagt Schwierske. Denn der Freistoß erwies sich als Boomerang. Nur Lukas Möller war noch hinten und holte den auf ihn zustürmenden Dahlhaus von den Füßen. „Er hat mir versichert, dass es nicht im Strafraum war“, so Schwierske. Schiedsrichter Marcel Klein aus Dessau-Roßlau, geschätzte Fahrtkosten 54 Euro plus Aufwandsentschädigung, entschied auf Strafstoß. Hinzu kam Gelb für Möller. Straub verwandelte - 1:2.

Dann, kurz vor der Pause, trat noch einmal da Costa in Aktion. „Der Junge hat eigentlich alles richtig gemacht“, sagt sein Trainer. Nämlich sich gegen drei Mann durchgesetzt. Nur eins eben nicht. Statt den Ball im Netz zu versenken, schob er ihn dem Torwart in die Beine.

Taktisch umgestellt und gewechselt

Einen Vorwurf wollte Schwierske dem 22-Jährigen aber nicht machen, denn noch war nichts verloren. „Das habe ich den Jungs in der Kabine auch gesagt. Wir haben taktisch umgestellt und gewechselt.“ Nur gebracht hat es nichts. Als Christopher Seil zum 1:4 aus Winninger Sicht traf (53.), waren die Messen mehr oder weniger gelesen. „Die Mannschaft hat sich dann kampflos ergeben.“

Das ist das, was Schwierske am meisten ärgert. Vor allem, „weil Germania Wernigerode nicht viel stärker war als wir. Aber die Gäste haben aus fast jeder Chance ein Tor gemacht. Dabei hätten wir die Punkte gern mitgenommen, weil wir sie brauchen vor dem Spiel in Seehausen“, so der Coach weiter.

Alles nur Nebengeräusche

Wie es gehen kann mit einem Sieg gegen Seehausen hat am Samstag Aufsteiger Bregenstedt bewiesen. „Da wirkt immer noch der Überraschungseffekt. Das sieht man nicht nur in Bregenstedt, sondern zum Beispiel auch in Plötzkau“, macht Schwierske deutlich. Denn die beiden Neulinge haben aus drei Spielen neun Punkte geholt. Winningens einstiger Salzlandligakonkurrent Plötzkau ist aktuell Tabellenzweiter der Landesklasse 4, Bregenstedt sogar Spitzenreiter der Winninger Staffel 3. Doch das sind alles nur Nebengeräusche.

Für Schwierske kommt es jetzt vor allem darauf an, die Köpfe wieder freizubekommen. Und das wird nach einem Ergebnis wie am Sonntag schwer genug. Denn: „Ich dachte, dass gegen Quedlinburg war der Tiefpunkt, aber das war noch einen Zacken schärfer.“ Als Schwierske das sagte, hatte er sich bereits auf die heimische Couch zurückgezogen, um die Niederlage sacken zu lassen. Wie es ihm gelingt, wird man sehen. (mz)