Thomas Bleek

Ein Mann mit Tor-Instinkt

Der Fußballer lebt seit 20 Jahren im Vogtland, hat aber seine Spuren beim VfB Neugattersleben hinterlassen.

Von Carsten Roloff
Thomas Bleek ist seinem alten Heimatverein immer noch treu verbunden.
Thomas Bleek ist seinem alten Heimatverein immer noch treu verbunden. Foto: Conny Schreiber

Neugattersleben/MZ - Die elfjährige Charlotte wird diesen Sommertag in Neugattersleben nicht vergessen. Das kleine Mädchen aus Oelsnitz war mächtig stolz auf ihren Papa Thomas Bleek, der bei der Partie anlässlich des 100. Geburtstags des VfB Neugattersleben gegen die Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg mit den ehemaligen Oberligastars Joachim Streich, Siegmund Mewes und Dirk Stahmann alle drei Tore für die Gastgeber geschossen hatte. Dass die Blau-Weißen aus der Landeshauptstadt am Ende klar gewannen, trübte die Freude der kleinen Charlotte in keiner Weise.

„Das zeigt, dass man mich in Neugattersleben nicht vergessen hat“

„Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Es ehrt mich ungemein und macht mich stolz, dass ich zu diesem Spiel mit auflaufen durfte. Das zeigt, dass man mich in Neugattersleben nicht vergessen hat. Allerdings hätte ich gern noch mehr alte Weggefährten aus diesem Anlass wieder gesehen“, erzählt der Torjäger, der in Köthen im Oktober 1968 geboren wurde, bis zu seinem zehnten Lebensjahr in Schortewitz aufwuchs, ehe seine Familie nach Drosa zog. „Da kannte ich keinen Menschen, bin auf den Sportplatz gegangen, um durch den Fußball Kontakte zu knüpfen.“

Der damals kleine Steppke konnte jedoch nicht nur auf dem grünen Rasen glänzen, sondern auch im Boxring kräftig austeilen. Unter der Regie der Köthener Boxtrainer-Legenden Ralf Stagat und Rainer Kreuzmann gewann der boxende Fußballer mehrere Bezirksmeistertitel und landete bei der Nachwuchsbestenermittlung der ehemaligen DDR Anfang der 1980er Jahre sogar auf dem zweiten Platz, obwohl er eine Sportschule nie von innen gesehen hatte.

Box-Laufbahn jäh beendet

„Ralf Stagat und Rainer Kreuzmann hatte ich diese Erfolge in erster Linie zu verdanken. Von ihnen hatte ich alles gelernt“, erinnert sich Thomas Bleek zurück. Eine langwierige Daumenverletzung stoppte jedoch die Box-Laufbahn des Drosaers, der sich anschließend wieder voll auf den Fußball konzentrierte. Mit Erfolg, in Wulfen schaffte der Schlosser als Junior auf Anhieb den Sprung in die erste Männermannschaft und traf mit seinem Team 1991 in einem Test daheim gegen Neugattersleben.

Der Stürmer spielte seinem Bewacher Knoten in die Beine und glänzte mit seinem Torinstinkt. Kurz darauf hatte er einen Anruf von Peter Karls, dem damaligen Trainer des VfB, erhalten, der ihn nach Neugattersleben holte. Mit dem Verein aus dem Salzlandkreis feierte er in der Saison 1994/95 mit dem Gewinn des Doubles seinen größten Erfolg. Mit 41 Treffern in 30 Spielen hatte Thomas Bleek großen Anteil am Kreismeistertitel und dem damit verbundenen Aufstieg in die Landesklasse. Im Kreispokalfinale steuerte er zum 5:0-Erfolg gegen Rot-Weiß Alsleben zwei Tore bei.

„Ohne die Vorlagen meiner Mitspieler hätte ich allein gar nichts ausrichten können“

„Fußball ist ein Mannschaftssport. Ohne die Vorlagen meiner Mitspieler hätte ich allein gar nichts ausrichten können. Wir waren damals eine dufte Truppe“, so der Vollblutstürmer, der aus beruflichen Gründen nach der Aufstiegssaison den VfB verließ und anschließend noch fünf Jahre für Rot-Weiß Elsdorf auflief. Wegen einer Jugendliebe verschlug es den Kicker dann nach Lauterbach bei Oelsnitz ins Vogtland. Für die zweite Mannschaft des Vereins schnürte er noch bis vergangene Saison die „Töppen“, spielt immer noch für die Alten Herren von Merkur Oelsnitz.

Der Anruf seines Kumpel und ehemaligen Teamkollegen Ingolf Ledel lockte den Angreifer für ein Wochenende noch einmal an seine ehemalige Wirkungsstätte. Nicht nur Charlotte war vom Auftritt von Thomas Bleek auf dem Sportplatz am Weinberg gegen die FCM-Oldies begeistert.