Sage von Knecht Ruprecht

Ab Oktober wird „1.000 Jahre Tanzwunder in Cölbigk“ gefeiert

Mitte Oktober ist eine Festveranstaltung geplant, dazu gibt es Vorträge, eine Aufführung der Sage und ein Programm mit Musik.

Von Susanne Schlaikier
Kupferstich zum Tanzwunder von Cölbigk , 1640 geschaffen von Matthäus Merian.
Kupferstich zum Tanzwunder von Cölbigk , 1640 geschaffen von Matthäus Merian. (Repro Kurt Großkreutz)

Ilberstedt/MZ - So langsam wird es ernst. In nicht einmal drei Monaten sollen die Feierlichkeiten für das Jubiläum 1.000 Jahre Tanzwunder von Cölbigk beginnen. Die Einladungskarten für die Festveranstaltung am Samstag, 16. Oktober, sind inzwischen gedruckt und werden dieser Tage verschickt.

300 Stück hat das Organisationskomitee in Auftrag gegeben, informierte Roland Halang in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses in Ilberstedt. In der Ilberstedter Kirche soll an die Ereignisse im Ortsteil (K)Cölbigk zu Weihnachten 1020 erinnert werden, als eine Gruppe lärmender Jugendlicher vor der Kirche den Gottesdienst störte. Ein Priester namens Ruthbertus oder Ruprecht soll die jungen Leute verhext haben, sodass sie ein Jahr lang tanzen mussten.

Die Festveranstaltung wird laut Halang von 10 bis 12.30 Uhr dauern. Derzeit hätten bis zu 400 Besucher in der Kirche Platz – sollte sich die Corona-Lage aber wieder verschärfen, könnte es auch sein, dass sich die Zahl noch einmal halbiert.

Mehrere Experten halten Vorträge über Entstehung und Hintergründe der Sage

Neben Grußworten und Ansprachen sind mehrere Vorträge geplant. So soll die Erzählforscherin Kathrin Pöge-Alder über „Kölbigk und die Tänzersage überregional: Populäres Erzählen“ sprechen. Danach referiert der Germanist, Skandinavist und Historiker Ernst-Erich Metzner über „Die deutsche, englische und skandinavische Überlieferung zum „Kölbigker Tanzwunder“.

Und schließlich wird Annette Schneider-Reinhardt vom Landesheimatbund die Figur des Knecht Ruprecht thematisieren. Die „Tagelöhner“ umrahmen das Programm mit Musik. Danach wird das Tanzwunder vor der Kirche aufgeführt und ein kleiner historischer Markt aufgebaut. Schließlich ist ein Umzug, begleitet von der Schalmeienkapelle Grimschleben durch den Ort geplant. „Wir haben schon jetzt über 20 Zusagen aus ganz Sachsen-Anhalt“, sagt Halang. Nach der Rückkehr zur Kirche werde es einen Imbiss geben.

Auf dem Hauptfest im Juli 2022 in Cölbigk ist ein historischer Markt geplant

Ein Markt war ursprünglich einmal auf dem Bürgerplatz geplant. „Die Rückmeldung der Vereine war aber zu gering“, so Halang. Das habe sicher auch mit Corona zu tun, da viele Vereine in den vergangenen Monaten in ihrer Tätigkeit ausgebremst waren.

Für das Jahr 2022 aber ist er optimistisch, dass auf dem Hauptfest im Juli in Cölbigk ein richtiger historischer Markt stattfinden kann. Auf jeden Fall aber werde der Auftakt am 16. Oktober eine schöne Gelegenheit für den Ort sein, sich zu präsentieren, ist Roland Halang überzeugt.

Dafür hoffen er und die anderen Mitglieder des Organisationskomitees, dass möglichst viele Ilberstedter in historischer Kleidung erscheinen. Nach diesem ersten Höhepunkt soll es ein Jahr lang in jedem Monat eine Veranstaltung geben, die mit dem Tanzwunder oder der damaligen Zeit zu tun hat. Schon jetzt bedankt sich das Organisationskomitee bei den vielen Ilberstedtern, die für die Feierlichkeiten fleißig Geld gespendet haben.