fastenbrechen nach ramadan

Tausende Muslime in Sachsen-Anhalt feiern Zuckerfest

Halle (Saale) – Für schätzungsweise 15.000 bis 20.000 muslimisch lebender Menschen in Sachsen-Anhalt beginnt am Donnerstag das große Fastenbrechen „Eid al-Fitr“.

Im islamischen Kulturcenter (IKC) in Halle wird das traditionelle Festtagsgebet unter Auflagen stattfinden können, berichtet Djamel Amelal, Vorstand der islamischen Gemeinde. Wegen der Corona-Pandemie hat die Gemeinde ein Hygienekonzept bei der Stadt Halle eingereicht. So können mit ausreichend Abstand bis zu 170 Menschen an der Festtagsrede und dem Gebet vor Ort teilnehmen. Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist während der etwa einstündigen Veranstaltung Pflicht. Außerdem muss ein eigener Gebetsteppich mitgebracht werden.

Normalerweise würde nach der Zeremonie gemeinsam das Fastenbrechen mit einem ausgedehnten Festessen stattfinden. Doch dieses Jahr werden anschließend alle nach Hause geschickt, um dort mit der Familie das Zuckerfest in kleinem Kreis zu feiern.

„Natürlich sind wir alle betroffen, dass wir seit der Pandemie das Fastenbrechen nicht in großer Runde feiern können“, sagt Amelal, „aber wir müssen durchhalten und schauen hoffnungsvoll in die Zukunft.“

Am Mittwochabend zum Sonnenuntergang endet der diesjährige Fastenmonat Ramadan in Deutschland, der zuvor am 12. April begonnen hatte. In dieser Zeit verzichten viele Musliminnen und Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang beispielsweise auf Essen, Trinken und Rauchen. Zum Ramadan wird an die Zeit erinnert, als der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed die Heilige Schrift – den Koran – offenbarte. Das Fasten im Monat Ramadan stellt eine der fünf Säulen des Islam dar. Von der Fastenpflicht sind etwa Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Reisende, Kranke und Alte befreit.

Am Donnerstag, den 13. Mai, findet dann das Fastenbrechen „Eid al-Fitr“ statt – einer der höchsten Feiertage im Islam. Der Fastenmonat ist damit offiziell beendet und es darf wieder bei Tageslicht gegessen werden.

Ohne Pandemie würden Musliminnen und Muslime das Zuckerfest in großer Gemeinschaft feiern, dass sie den Fastenmonat gemeistert haben. Auch wenn das dieses Jahr nur im kleinen Rahmen stattfinden kann: „Geschenke zum Zuckerfest gibt es trotzdem“, so Amelal. (mz/kristina hammermann)