„Warum Adriano?“

Sachsen-Anhalts Städte erinnern an Opfer rechter Gewalt

Von dpa
Die Gedenkstele für den ermordeten Mosambikaner Alberto Adriano im Stadtpark in Dessau.
Die Gedenkstele für den ermordeten Mosambikaner Alberto Adriano im Stadtpark in Dessau. (Foto: Sebastian Willnow/dpa)

Dessau-Roßlau - In mehreren Städten Sachsen-Anhalts ist am Freitag an die Opfer rechter Gewalt erinnert worden. Anlass des „Tages der Erinnerung“ sei wie in den vorangegangenen Jahren der Todestag des Mosambikaners Alberto Adriano vor nunmehr 21 Jahren gewesen, teilten die Veranstalter mit. Der damals 39-jährige Familienvater sei aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe brutal aus dem Leben gerissen worden, sagte der Oberbürgermeister Dessau-Roßlaus, Peter Kuras (FDP).

Drei Rechtsradikale hatten Adriano im Dessauer Stadtpark so schwer verprügelt und misshandelt, dass er drei Tage später an seinen Verletzungen starb. Die Täter wurden später wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Fremdenhass verurteilt.

Dessaus Oberbürgermeister: Wachsam bleiben gegen postfaktische Meinungsmache im Netz

Kuras rief dazu auf, wachsam vor den Gefahren post-faktischer Meinungsmache in sozialen Medien zu sein. Er warnte vor dem Versprechen einfacher Lösungen für politisch hochkomplexe Prozesse. Seit Adrianos Tod seien 21 Jahre vergangen, die mindestens weitere 14 Menschenleben wegen rechter Gewalt allein in Sachsen-Anhalt gefordert hätten, betonte Kuras. „Nicht zählbar bleiben dabei die noch immer alltäglichen Mikroaggressionen gegenüber Menschen, die als „fremd“ wahrgenommen werden.“

An der Stele zum Gedenken an Adriano im Stadtpark und an einer Parkbank am Hauptbahnhof kamen laut Veranstalter am Freitag etwa 50 Menschen zusammen. Neben den zwei Gedenkveranstaltungen in Dessau-Roßlau wurde unter anderem auch in Halle, Halberstadt (Harz) und Magdeburg der Opfer rechter Gewalt gedacht.