Pandemie

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Grimm-Benne pocht auf Corona-Maßnahmen im Winter

Die Debatte um den Corona-Kurs in der kalten Jahreszeit gewinnt an Fahrt. In Sachsen-Anhalt drohen Veranstaltern wieder mehr Beschränkungen, wenn die Inzidenzen weiter steigen.

29.10.2021, 08:47 • Aktualisiert: 29.10.2021, 09:39
Petra Grimm-Benne (SPD), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt spricht im Penarsaal des Landtages. Grimm-Benne kündigt an, dass es in Sachsen-Anhalt auch im Winter Corona-Maßnahmen geben soll.
Petra Grimm-Benne (SPD), Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt spricht im Penarsaal des Landtages. Grimm-Benne kündigt an, dass es in Sachsen-Anhalt auch im Winter Corona-Maßnahmen geben soll. Foto: dpa/Archiv

Magdeburg/dpa - In der Debatte um die Rücknahme von Corona-Maßnahmen tritt Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne auf die Bremse. "Lockdowns und Kontaktbeschränkungen sollte es nicht mehr geben. Aber es sind auch im Winter weiterhin Maßnahmen notwendig. Wir brauchen dabei eine Unterscheidung zwischen drinnen und draußen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

Die möglichen Ampelkoalitionäre von SPD, Grünen und FDP haben sich im Bund zuletzt dafür ausgesprochen, die pandemische Lage von nationaler Tragweite nach dem 25. November nicht noch einmal zu verlängern. Damit wären weitgehende, bundesweite Einschränkungen nicht mehr so einfach möglich. Die Länder können jedoch mit ihren Corona-Verordnungen ebenfalls über Schutzmaßnahmen bestimmen.

Grimm-Benne hält Auflagen dabei insbesondere in Innenbereichen weiter für erforderlich. "In geschlossenen Räumen wie beispielsweise bei Handballspielen wird den Veranstaltern wohl nichts anderes als 2G übrig bleiben, wenn die Inzidenzen weiter steigen. Wer 3G macht, muss die Abstände wahren."

Sachsen-Anhalts Inzidenz liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt

Bei 2G dürfen nur geimpfte und nachweislich genesene Personen an einer Veranstaltung teilnehmen, bei 3G zusätzlich auch negativ getestete Personen. Handball-Bundesligist SC Magdeburg hatte seine Halle vor knapp zwei Wochen im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 5.000 Zuschauern nahezu komplett ausgelastet. Es galt die 3G-Regel.

Draußen könne man mit weniger Beschränkungen auskommen, sagte die Gesundheitsministerin. "Es können schon jetzt Spezialmärkte, so auch die anstehenden Weihnachtsmärkte, ohne Obergrenzen stattfinden. Die AHA-Regeln sind hier der Maßstab."

Sachsen-Anhalts schwarz-rot-gelbe Landesregierung will die aktuell geltende 14. Corona-Verordnung überarbeiten. Diese läuft Mitte November aus. Die FDP hatte zuletzt auf Lockerungen gepocht. Grimm-Bennes Haus stimmt aktuell entsprechende Varianten ab. "Auch in der neuen Verordnung werden wir nicht nur auf die Inzidenzen schauen, auch die Hospitalisierungsrate und die Belegung der Intensivstationen bleiben wichtige Kriterien."

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche ist in Sachsen-Anhalt zuletzt gestiegen. Das Robert Koch-Institut meldete für Sachsen-Anhalt am Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 111,5. Das Land liegt damit aktuell unter dem bundesweiten Durchschnitt, der am Donnerstag 130,2 betrug.