Bürgertest-Plan

Linksfraktion von Sachsen-Anhalt kritisiert  Corona-Kurs von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Die Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt kritisiert den Corona-Kurs von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

23.06.2022, 07:38
Die sachsen-anhaltische Linksfraktion hat den Corona-Kurs von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert.
Die sachsen-anhaltische Linksfraktion hat den Corona-Kurs von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert. Foto: dpa/Michael Kappeler/Symbol

Magdeburg/dpa - Die sachsen-anhaltische Linksfraktion hat den Corona-Kurs von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert. Schnelltests in Testzentren müssten weiter für alle Menschen kostenlos bleiben, forderte Fraktionschefin Eva von Angern. "Für das Monitoring der Corona-Pandemie ist es auch weiterhin dringend nötig, dass Schnelltests im Testzentren für alle Menschen kostenlos bleiben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Das Vorgehen Lauterbachs sei "unhaltbar".

Der Bundesgesundheitsminister hatte am Mittwoch seinen Plan bekräftigt, von den kostenlosen Corona-Bürgertests für alle abzurücken. Man müsse die Bürgertests etwas einschränken, sagte der SPD-Politiker am Rande der Gesundheitsministerkonferenz in Magdeburg. In der Vergangenheit seien Tests abgerechnet worden, die nicht durchgeführt wurden, und es seien Tests durchgeführt worden, die nicht notwendig gewesen seien. Nötig sei eine bessere Qualitätskontrolle, betonte Lauterbach.

Die Linksfraktion teilt diesen Ansatz nicht. "Der künftige Umgang mit der Pandemie kann nicht darin bestehen, den Zugang zu Schnelltests zu begrenzen und die Menschen dadurch weiter zu verunsichern", sagte von Angern. Nur wenn möglichst viele Menschen sich anlasslos kostenfrei testen lassen könnten, gebe es eine Chance, symptomfreie und milde Verläufe einer Corona-Infektion zu erkennen.

Nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums sollen nur noch Menschen mit Symptomen für Gratis-Tests infrage kommen sowie andere ausgewählte Gruppen. Lauterbach will das Testangebot künftig stärker auf die Personen ausrichten, "die tatsächlich den Test brauchen". So sollten beispielsweise diejenigen geschützt werden, die Menschen in Pflegeeinrichtungen besuchen. Außerdem sollen Tests vor großen Veranstaltungen möglich sein.