Zu Unrecht die Arbeit verloren?

Ex-Lotto-Chefin und Ex-Zoodirektor nach Kündigungen vor Gericht in Magdeburg

Maren Sieb, ehemalige Lotto-Geschäftsführerin, im sachsen-anhaltischen Landtag während der Sitzung des Lotto-Untersuchungsausschusses.
Maren Sieb, ehemalige Lotto-Geschäftsführerin, im sachsen-anhaltischen Landtag während der Sitzung des Lotto-Untersuchungsausschusses. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

Im vergangenen Jahr haben - vollkommen unabhängig voneinander - Magdeburgs Zoodirektor Kai Perret und Lotto-Chefin Maren Sieb ihre Jobs verloren. Sie wurden fristlos gekündigt - aus ihrer Sicht zu Unrecht. Die Streits werden jetzt juristisch ausgefochten.

Magdeburg (dpa) - Die ehemalige Lotto-Geschäftsführerin Maren Sieb sieht ihre Kündigung im vergangenen Jahr als ungerechtfertigt an und fordert Geld ein, das ihr so entgangen ist. Das Landgericht Magdeburg verhandelt den Zivilprozess am Dienstag (14.00 Uhr) ebenso wie den des ehemaligen Magdeburger Zoodirektors Kai Perret, der sowohl seine ordentliche wie auch seine fristlose Kündigung für unwirksam erklären lassen will (11.00 Uhr). Während Perret keine wirksamen Gründe und zudem Fristen nicht eingehalten sieht, erkenne der Zoo die wichtigen Kündigungsgründe im Verhalten des Ex-Zoodirektors, teilte das Landgericht mit. Details wurden nicht genannt.

Maren Sieb will ihre Vergütungsansprüche für den Zeitraum vom 18. September 2020 bis Mai 2021 geltend machen, teilte das Landgericht mit. Sieb und ein zweiter Geschäftsführer wurden am 17. September vergangenen Jahres mit sofortiger Wirkung abberufen, der Aufsichtsrat der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt hatte verschiedene Verfehlungen festgestellt. Das Beschäftigungsverhältnis wurde zum 19. Oktober 2020 fristlos gekündigt.

Aufsichtsratschef Thomas Webel hatte das unter anderem damit begründet, dass die Lotto-Chefs die Aufsichtsgremien nicht über ungewöhnlich hohe Spieleinsätze in einem Lotto-Laden in Zerbst (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) informiert hatten. Mehrere Großspieler konnten hohe Gewinne einfahren, weil unter anderem das Spiellimit mit Genehmigung von Landes-Lotto erhöht wurde. Die Chefetage hatte zwar die Geldwäschestelle informiert, nicht jedoch die zuständigen Behörden und Gremien im Land. Mit diversen Ungereimtheiten bei Lotto-Toto Sachsen-Anhalt beschäftigte sich auch ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss.