Sechs Tote

DLRG warnt vor Badeunfällen in Sachsen-Anhalt

Vor allem Schwimmen in unbewachten Gewässern ist zunehmend ein Problem.

Von Von Lisa Garn
Bei sommerlichen Temperaturen erfrischen sich Besucher im Heidebad Halle.
Bei sommerlichen Temperaturen erfrischen sich Besucher im Heidebad Halle. Foto: dpa

Halle (Saale)/MZ - Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Sachsen-Anhalt warnt vor dem Baden in unbewachten Gewässern. „Dieses Problem macht uns zunehmend große Sorgen“, so der Geschäftsführer Holger Friedrich. Insgesamt seien in diesem Jahr bereits sechs tödliche Unfälle zu verzeichnen. Zuletzt war Anfang Juli ein vierjähriger Junge in Plötzky (Salzlandkreis) in einem Waldsee in einem Ferienpark ertrunken. Am selben Wochenende starb ein Familienvater in der Elbe bei Steutz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld).

2020 waren laut DLRG vier Menschen in Sachsen-Anhalt im Wasser ums Leben gekommen. „Das war allerdings ein Ausnahmejahr. So wenig Fälle gab es noch nie“, so Friedrich. Im Schnitt seien jährlich zwischen 15 und 20 Badetote in Sachsen-Anhalt zu beklagen. Die Zahlen würden vor allem in den Monaten Juli und August steigen. 2019 gab es 13 Todesfälle durch Ertrinken.

Am häufigsten gingen Menschen an unbewachten Gewässern wie Seen und Flüssen unter. Einen der Gründe sieht Friedrich in der Schließung von Schwimmbädern wegen zu hoher Kosten oder Personalmangels. „Die Menschen weichen dann aus, das ist immer gefährlich.“ Dabei biete Sachsen-Anhalt weiterhin eine gute Infrastruktur an Bädern mit Aufsichtspersonal. „Wenn dieses Angebot mehr genutzt werden würde, könnten die Unfallzahlen dauerhaft gesenkt werden“, so Friedrich.

Die meisten Menschen ertrinken laut DLRG, weil sie die eigene Leistungsfähigkeit überschätzen oder zu risikobereit sind. „Die Ursache Nummer eins sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern über 55 Jahren“, sagt Friedrich. Ein geschwächter Kreislauf könne große Temperaturunterschiede zwischen Hitze und Wasser oft nicht bewältigen. „Bevor man ins Wasser geht, sollte man sich abkühlen und nicht plötzlich ins Wasser springen.“ Bei jungen Menschen gebe es Unfälle, weil Alkohol getrunken werde. „Das geht oft glimpflich aus, aber sie bringen sich in Gefahr.“

Friedrich rät zu Vorsichtsmaßnahmen: kein Alkohol, kein fettiges Essen, das zu schwer im Magen liegt, nie allein schwimmen. „Eltern sollten ihre Kinder immer beaufsichtigen, auch wenn sie glauben, der Nachwuchs kann schon schwimmen.“ Wichtig sei auch, seine Kräfte realistisch einzuschätzen: „Wenn ich lange Strecken schwimme, muss ich wissen, ob ich den Weg zurück schaffe.“