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Das wird Sachsen-Anhalts neue Regierung

Sachsen-Anhalt ist auf dem Weg zur neuen Regierung aus CDU, SPD und FDP. Alle Vorschläge für die Ministerposten stehen jetzt. Der Blick richtet sich auf die Wahl des Ministerpräsidenten am Donnerstag. Danach kann er die Minister ernennen und die Arbeit kann beginnen.

Das sind die Köpfe der neuen Regierungsmannschaft in Sachsen-Anhalt.
Das sind die Köpfe der neuen Regierungsmannschaft in Sachsen-Anhalt. Foto: Gruner;Hartmann;Gabbert;Schmidt;Kahnert;Gercke;Chaperon;Weber/dpa

Magdeburg/dpa - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) soll am Donnerstag im Landtag wiedergewählt werden. Danach können die Minister im Landtag vereidigt werden. Die neue Regierungsmannschaft sieht nach den Vorschlägen der drei Koalitionspartner CDU, SPD und FDP so aus:

MINISTERPRÄSIDENT REINER HASELOFF (67, CDU) - Seit 2011 ist Reiner Haseloff Ministerpräsident und will es auch bleiben. Die Wahl ist für Donnerstag geplant. Geboren wurde Haseloff in Bülzig bei Wittenberg, später studierte er Physik in Dresden und in Berlin. Nach der Wende war er Chef des Arbeitsamtes in Wittenberg, danach Staatssekretär und Wirtschaftsminister. In der CDU ist der bekennende Katholik seit 1976.

RAINER ROBRA (69, CDU) - Robra ist seit 2002 Staatsminister und Chef der Staatskanzlei sowie Europaminister. 2016 wechselte zudem das Kulturressort in seine Zuständigkeit. Der in Nienhof/Celle geborene Jurist arbeitete bis zur Friedlichen Revolution im niedersächsischen Justizministerium und wechselte 1990 nach Sachsen-Anhalt, zunächst für vier Jahre als Justizstaatssekretär. Dann arbeitete er als Rechtsanwalt, bevor er in die Staatskanzlei wechselte. Robra hatte sich vor der Landtagswahl eigentlich schon im Landtag verabschiedet.

ARMIN WILLINGMANN (58, SPD) - Der promovierte Jurist startet in seine zweite Legislaturperiode als Minister - allerdings mit einem anderen Ressortzuschnitt. Seit 2016 führte er nach einer kurzen Zeit als Staatssekretär das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung. Nun heißt es Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt. Bis vor fünf Jahren war der geborene Nordrhein-Westfale Rektor der Hochschule Harz gewesen, leitete sie von 2003 bis 2016 und war auch lange Jahre Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Willingmann wird nach einem Vorschlag seiner Partei nun auch stellvertretender Ministerpräsident.

SVEN SCHULZE (42, CDU) - Der bisherige Europaabgeordnete und aktuelle CDU-Landeschef soll Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten werden. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur hatte für die CDU maßgeblich die Koalitionsverhandlungen geführt. Der geborene Quedlinburger wird als Nachfolger von Ministerpräsident Haseloff gehandelt. Schulze ist seit 2014 Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Von 2016 bis zu seiner Wahl als Landeschef war er Generalsekretär der CDU Sachsen-Anhalt, eine Funktion, die es zuvor nicht gegeben hatte.

PETRA GRIMM-BENNE (59, SPD) - Ministerpräsident Haseloff hat die Juristin oft als «Pandemie-Ministerin» vorgestellt, denn die Bewältigung der Corona-Krise lag zu großen Teilen in ihrem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, das Grimm-Benne seit 2016 leitet und auch weiter leiten soll. Ausgemacht ist, dass aus dem Justizbereich die Aufgabe der Gleichstellung hinzukommt - so heißt es künftig Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Grimm-Benne wurde in Wuppertal geboren und arbeitete nach der Wende als Leiterin des Ordnungsamtes von Schönebeck bei Magdeburg und dann als Anwältin. Von 2002 bis 2016 und nun wieder ist sie für die SPD im Landtag.

MICHAEL RICHTER (67, CDU) - Seit Juni 2019 ist der Jurist und erfahrene Steuer- und Finanzexperte Minister für Finanzen. Der gebürtige Berliner rückte nach acht Jahren als Staatssekretär auf, nachdem André Schröder nach massivem Druck aus seiner eigenen Fraktion seinen Rücktritt erklärt hatte. Richter startete 1984 in der Steuerverwaltung des Landes Berlin, wechselte später ins Finanzamt Charlottenburg und schließlich in die Berliner Senatsverwaltung. Von 2009 bis 2011 arbeitete er in verschiedenen Positionen für das Land und die Regierung in Brandenburg, bevor er nach Sachsen-Anhalt wechselte. Nach dem Abgang von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) führte Richter das Innenressort mit.

TAMARA ZIESCHANG (51, CDU) - Zieschang kehrt nach Sachsen-Anhalt zurück. Die gebürtige Saarländerin und promovierte Juristin war zwischen 2012 und 2016 Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft und anschließend bis 2019 in der gleichen Funktion im Innenministerium Sachsen-Anhalts. Ende 2019 holte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Zieschang als Staatssekretärin ins Bundesverkehrsministerium. Nun wird sie die erste Innenministerin in der Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt.

LYDIA HÜSKENS (57, FDP) - Hüskens hat die FDP nach zehn Jahren Unterbrechung wieder in den Landtag geführt. Im Juli wählte ihre Partei sie zur Vorsitzenden. Nun wird sie Ministerin für Infrastruktur und Digitales. Die in der rheinischen Kleinstadt Geldern aufgewachsene Hüskens saß bereits von 2002 bis 2011 im Landtag, war Anfang der 1990er Pressesprecherin des Umweltministeriums. Hüskens, die Geschichtswissenschaften studiert hat, war zuletzt Geschäftsführerin des Studentenwerks Halle.

EVA FEUßNER (58, CDU) - Als Staatssekretärin des bisherigen Bildungsministers Marco Tullner hat die geborene Naumburgerin zeitweise gleich in doppelter Funktion gearbeitet: Sie leitete zwei Jahre lang auch das Landesschulamt, weil dieses aufgrund von Rechtsstreitigkeiten keinen regulären Direktor hatte. Als Bildungsministerin wird der Lehrermangel eines ihrer vorrangigen Themen sein. Feußner ist selbst Diplomlehrerin für Mathematik, Physik und Astronomie. Sie war von 1994 bis 2018 Abgeordnete im Landtag.

FRANZISKA WEIDINGER (44, CDU) - Bislang ist die in Halberstadt geborene Juristin der Öffentlichkeit unbekannt. Seit 2012 war Weidinger in verschiedenen Funktionen im Justizministerium tätig. Sie arbeitete im Haushaltsreferat, war Referatsleiterin für Personalangelegenheiten des Justizvollzugs und leitete das Ministerbüro. Zuletzt war sie als Referatsleiterin für den Elektronischen Rechtsverkehr in der Justiz tätig. Nun soll die 44-Jährige das neu benannte Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz leiten. Sie hatte nach dem Studium der Rechtswissenschaften an Sozialgerichten in Halle und Magdeburg gearbeitet und wurde Richterin auf Lebenszeit. Mit dem Wechsel ins Beamtenverhältnis 2017 endete das Richterverhältnis. Weidinger ist seit 2003 CDU-Mitglied.