Anzeige wegen sexueller Nötigung

AfD-Abgeordneter: Anzeige gegen Matthias Büttner wegen versuchter Vergewaltigung

Magdeburg - Gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Matthias Büttner liegt eine Anzeige wegen sexueller Nötigung vor.

Von Hagen Eichler 29.12.2016, 21:32
AfD-Landtagsabgeordneter Matthias Büttner
AfD-Landtagsabgeordneter Matthias Büttner imago stock&people

Eine mittlerweile entlassene Mitarbeiterin der AfD-Landtagsfraktion wirft dem AfD-Abgeordneten Matthias Büttner vor, er habe sie vergewaltigen wollen. Eine Anzeige wegen sexueller Nötigung hat die Polizei in Magdeburg aufgenommen.

„Wir ermitteln gegen einen Landtagsabgeordneten“, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Nord in Magdeburg am Donnerstag. Der beschuldigte Abgeordnete beantwortet keine Fragen. 

AfD-Fraktionschef André Poggenburg sagte der MZ, Büttner habe ihm gegenüber den Vorwurf bestritten. „Natürlich muss das jetzt aufgeklärt werden. Sollte da etwas dran sein, wovon ich nicht ausgehe, wird das nicht nur strafrechtliche, sondern auch schwerwiegende politische Konsequenzen haben“, sagte Poggenburg.

Wurde Referentin der AfD Sachsen-Anhalt in Hotelzimmer von Landtagsabgeordnetem Matthias Büttner bedrängt?

Der Vorfall soll sich Mitte November in Erfurt ereignet haben. Büttner nahm zusammen mit seiner Referentin an einem Treffen von AfD-Wirtschaftspolitikern teil. Im Hotelzimmer soll Büttner übergriffig geworden sein. Weil sie für Erfurt nicht zuständig ist, hat die Magdeburger Polizei die Anzeige an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

AfD-Fraktionschef Poggenburg deutet an, dass die ehemalige Mitarbeiterin aus Rache Anzeige erstattet habe. „Der jetzt erhobene Vorwurf war mir nicht bekannt. Vor drei Wochen hatten wir ein fachliches Gespräch. Das wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, mich anzusprechen. Da sie das nicht getan hat, entsteht der Eindruck, dass die Anzeige eine Retourkutsche für die Entlassung ist.“

Der AfD-Fraktionsvorstand hatte am 20. Dezember entschieden, die Referentin innerhalb ihrer Probezeit zu entlassen. Am 21. Dezember erhielt die Frau die Kündigung. Zu Gründen äußert sich Poggenburg nicht.
Mitglieder der Landtagsfraktion kritisieren, dass sie über die Personalie bislang nicht informiert wurden.

Sachsen-Anhalt: AfD-Landtagsabgeordneter Matthias Büttner holte Direktmandat im Wahlkreis Staßfurt

Die Mitarbeiterin habe hervorragende Zeugnisse gehabt und fleißig gearbeitet. „Die Kündigung kommt für viele sehr überraschend“, urteilt ein Abgeordneter.

Der 33-jährige Immobilienunternehmer Büttner hatte bei der Landtagswahl im März das Direktmandat im Wahlkreis Staßfurt gewonnen. Bis Ende November war er erster Vize-Vorsitzender der Fraktion, dann schied er aus dem Vorstand aus. Zur Begründung hieß es, Büttner wolle 2017 für den Bundestag kandidieren.

Während der Landtagssitzungen im November wurde Büttner im Plenarsaal oft vermisst. „Er stand auch irgendwie neben sich“, urteilt ein Fraktionskollege. So sorgte er für Aufsehen, weil er bei einer Wahl erst fehlte und dann den Stimmzettel falsch ausfüllte. (mz)