Campingplatz und Urlaubsresort

Wird der Runstedter See ein Ferienziel?

Der Grundstückseigentümer plant einen Campingplatz und ein Urlaubsresort. Wie die Franklebener und Großkaynaer darauf reagiert haben.

Von Diana Dünschel

Großkayna - Am Runstedter See sollen ein Campingplatz, Wohnmobilstellplätze und ein Ferienhausresort entstehen. Das Millionenprojekt der Firma T&K Invest GmbH als Grundstückseigentümerin wird aktuell in den Gremien des Stadtrates Braunsbedra diskutiert, weil derzeit keine rechtliche Grundlage für die Entwicklung der Fläche existiert und mit einem Bebauungsplan nun geschaffen werden soll.

T&K-Geschäftsführerin Katja Tribulowski berichtete in den Ortschaftsräten der Seeanrainergemeinden Frankleben und Großkayna über ihre Ziele. Sie wolle beitragen, die Region touristisch weiterzuentwickeln und attraktiver zu machen, sagte sie. Geplant ist ihr zufolge eine Bebauung des Südufers teils angrenzend an Großkaynaer Wohnhäuser.

Dazu gehört ein Campingplatz mit 220 Stellplätzen für Wohnmobile oder Campingwagen, eine Zeltwiese, ein Waldspielplatz sowie ein Restaurant. Am Süd-West-Rand liegt laut Plan die Steganlage für Jet-Ski. Die Wassersportler sollen umziehen, damit die Lärmbelastung für die Großkaynaer Einwohner perspektivisch sinkt.

122 Ferienhäuser und ein Restaurant

Weiterhin sind am Ufer 122 Ferienhäuser und ein Restaurant vorgesehen. Am Süd-Ost-Rand wiederum wäre das Areal für nichtmotorisierten Wassersport wie Paddeln, Surfen und Stand-up-Paddling samt Bistro, Mietstation, Spielplatz, Sanitäranlagen und Badestelle. Es sind 90 Wohnmobilstellplätze angedacht. Dazwischen soll es zu einem Barfußpark gehen.

Im Plan inbegriffen ist darüber hinaus in Frankleben ein Stellplatz für 16 Lkw mit Gebäude für Sanitäranlagen und Imbiss als attraktives Angebot für Übernachtungen in Autobahnnähe. Dass Lkw derzeit im Bereich der Getreidesilos parken, was immense Verschmutzungen aufgrund des mangelnden Ausbaus zur Folge hat, würde dann der Vergangenheit angehören. Der Imbiss an der Ecke L178/Grüne Straße soll legalisiert werden, indem Baurecht geschaffen wird.

Wie der Projektentwickler sagte, handelt es sich um eine Gesamtinvestition von 20 bis 25 Millionen Euro. Der Zeitplan sieht vor, dass der Stadtrat Braunsbedra im Herbst die Voraussetzungen schafft, 2022 geplant wird, 2023 Baubeginn ist und 2024 die Inbetriebnahme stattfindet. Bereits in dieser Saison ist ein Gutachten zu Fauna und Flora am See geplant. Außerdem wird geprüft, ob eine offizielle Badenutzung nach 25 Jahren jetzt möglich ist. Die T&K Invest GmbH ist davon überzeugt. Es gebe schon lange regelmäßige Untersuchungen, die zeigen, dass die Wasserqualität den Anforderungen entspricht.

In Großkayna gab es mehr Redebedarf als im Nachbarort

Die Ortschaftsräte von Frankleben und Großkayna gaben jeweils einstimmig ihr Ja zu den Plänen. Den Franklebener Räten war es dabei wichtig, dass der Jetski-Bereich nicht bis ans Ufer Frankleben heranführt und dass der Lkw-Stellplatz nicht angrenzend an Wohnbebauung, sondern im Industriegebiet realisiert wird. Beides wurde ihnen zugesagt.

In Großkayna gab es mehr Redebedarf als im Nachbarort. Vor allem das Jetskifahren wurde negativ gesehen. Dieser Wassersport sei vor Ort ungeeignet, hieß es. Das würde nicht mit ruhesuchenden Urlaubern zusammenpassen, die Katja Tribulowski und ihre Projektpartner zuvor als Zielgruppe genannt hatten. Sie zeigten sich überzeugt, dass beides nebeneinander existieren könne.

60 neue Arbeitsplätze

Andere in der Diskussion mehrfach genannte Punkte waren die Zufahrten und die spätere Begehbarkeit des Ufers. Die Großkaynaer wünschten sich kein großes Verkehrsaufkommen unmittelbar an ihren Grundstücken entlang und auch in Zukunft einen ungehinderten Zugang zum Ufer. Zum letzten Punkt hieß es seitens der Projektentwickler aber klar, dass das Resort schon wegen der Sicherheit der dort geschaffenen Werte eingezäunt wird.

Katja Tribulowski sah für Großkayna nur Vorteile. „Es wird mehr Freizeitangebote geben, eine Wertsteigerung der Grundstücke und eine ordentliche Infrastruktur“, sagte sie. 60 Arbeitsplätze würden entstehen. Einschränkungen für die älteren Einwohner wie durch den jetzt abgebauten einzigen Geldautomaten werde es in Zukunft auch nicht mehr geben. (mz)