Einigung im Stadtrat von Wettin-Löbejün

Wettin-Löbejün: Stadtrat entscheidet sich für neuen Betreiber für Fähren

Wettin-Löbejün - Der Stadtrat von Wettin-Löbejün im Saalekreis hat sich im Streit um den Pachtvertrag für die drei Saale-Fähren in Wettin, Rothenburg und Brachwitz auf eine Übergangslösung geeinigt.

Von Jan Möbius

Die Fähren im nördlichen Saalekreis fahren vorerst weiter: Der Stadtrat von Wettin-Löbejün hat sich in letzter Minute im Streit um den Pachtvertrag für die drei Saale-Fähren in Wettin, Rothenburg und Brachwitz auf eine Übergangslösung geeinigt. Mit 18 Stimmen dafür, drei dagegen und einer Enthaltung wurde am Abend in einer nicht öffentlichen Sitzung zugestimmt, dass die Verwaltung einen Interimspachtvertrag mit der Johannes Hedel und Sebastian Vitzthum von Eckstädt GbR abschließt.

Die Gesellschaft soll für die Dauer der erneuten Ausschreibung, jedoch maximal für ein Jahr alle drei Fähren in Betrieb halten. Die Kritik an der Vernunftlösung, wie die Entscheidung von Stadträten in Wettin-Löbejün bezeichnet wird, hält aber an. Denn niemand vom Übergangsbetreiber könne ein Fähr-Patent nachweisen. Das Übersetzen gehe nur mit dem bisherigen Personal, das auch die Erlaubnis dafür habe, war Donnerstagabend zu erfahren.

In letzter Minute

Der bisherige Fährmann, der sich ebenfalls noch einmal um die Verträge beworben hatte, aber aus wirtschaftlichen Gründen die Fähre in Rothenburg nicht mehr betreiben wollte, musste nach MZ-Informationen bereits am Mittwoch seine Geschäftsgebäude räumen.

Auch wenn die Übergangslösung in letzter Minute kam, ist Bürgermeisterin Antje Klecar (parteilos) zunächst froh: „Damit ist es den Verkehrsteilnehmern grundsätzlich möglich, reibungslos die Fähren in Brachwitz und Rothenburg weiter zu nutzen.“ Das Schiff in Wettin ist bis 27. August ohnehin wegen Bauarbeiten und er Landrevision außer Dienst.

Über die erneute Ausschreibung und vor allem deren Inhalt und Bedingungen soll, so war am Donnerstagabend zu erfahren, erst im August weiter im Stadtrat von Wettin-Löbejün diskutiert werden. Ob es dann zu einer Einigung mit der Verwaltung kommt, das sehen Stadträte noch in den Sternen. Zu unterschiedlich seien die Meinungen.

Ein Aus der Saalefähren hätte erhebliche Konsequenzen - nicht nur für Autofahrer, die Umwege über Halle in Kauf nehmen müssten. Das Verkehrsministerium könnte bei einer Einstellung des Fährbetriebes Fördermittel für die Revision der Schiffe zurückfordern. Sachsen-Anhalt zahlt derzeit 50 Prozent der 40.000 bis 100.000 Euro teuren Durchsichten. (mz)