Vandalismus

Vandalismus: Unbekannte verwüsten in Frankleben mehrere Gräber

Frankleben - Fassungslos stehen die Geschwister Beierle am Grab ihrer Eltern auf einem Friedhof in Frankleben. Blumen, Figuren und Vasen - so ziemlich jede Dekoration der aufwendig gepflegten Ruhestätte haben unbekannte Täter in ihrer Zerstörungswut umhergerissen und ...

Von Michael Bertram

Fassungslos stehen die Geschwister Beierle am Grab ihrer Eltern auf einem Friedhof in Frankleben. Blumen, Figuren und Vasen - so ziemlich jede Dekoration der aufwendig gepflegten Ruhestätte haben unbekannte Täter in ihrer Zerstörungswut umhergerissen und beschädigt.

„Man begreift einfach nicht, was diese Leute geritten hat“, sagt Olaf Beierle sichtlich schockiert über die Spur der Zerstörung, die die Vandalen nicht nur an dem Familiengrab, sondern auch an anderen Gräbern des kommunalen Friedhofs hinterlassen haben. „Die Typen dürfte ich besser nicht erwischen“, zeigt er sich sichtlich wütend.

Zusammen mit seinen beiden Geschwistern und der Schwägerin ist er am Sonntagvormittag auf den etwas entlegenen Friedhof gekommen, um die Hinterlassenschaften der Täter zu beseitigen. Die haben von der Abgeschiedenheit des Ortes wohl profitiert und konnten sich ungestört austoben: Mit einer Schippe haben sie sogar die Grabbepflanzung einzeln ausgebuddelt und dann auf dem Grab und der angrenzenden Wiese verstreut. Tontöpfe, in denen sich weitere Blumen befanden, wurden von den Vandalen zerschmettert - zum Teil offenbar, indem sie gegen den edlen Grabstein geworfen wurden. Was die Hinterbliebenen jedoch besonders hart getroffen hat: Die Täter haben einen Bilderrahmen mit Gewalt aufgehebelt und Fotos der 2011 und 2014 verstorbenen Eltern entnommen und dann in Einzelteile geschnitten. „Das ist absolut pietätlos“, sind sich die Betroffenen einig. Auch am Nachbargrab zeigt sich ein Betroffener schockiert, blickt auf die bereit zusammengelesenen Scherben einer Engelsfigur aus Gips.

Die Opfer glauben, dass die Täter Einheimische sind. „Diesen Friedhof den findet ein Auswärtiger nicht“, sagen sie. Womöglich waren die Vandalen zuvor am nahen Strand des Geiseltalsees und schlugen dann auf dem Rückweg im Schutz der Dunkelheit zu. Denn so viel steht fest: Am Samstagabend gegen 19 Uhr war noch alles in Ordnung, wie eine Nachbarin der Familie, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Friedhof war, versicherte.

Für die hinzugerufene Polizei wird es wohl schwierig, die Täter zu ermitteln. Diesen wird Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe vorgeworfen, wie es hieß. (mz)