Erstes Turnier seit zehn Monaten

Spontane Titelkämpfe der Radballer in Bad Dürrenberg

Das erste Turnier seit zehn Monaten: Am Samstag fanden in Bad Dürrenberg die Nachwuchs-Landesmeisterschaften statt.

Von Julia Bachmann
Niklas Hennig (rechts) ließ im letzten Spiel gegen Colbitz keinen Ball ins Tor.
Niklas Hennig (rechts) ließ im letzten Spiel gegen Colbitz keinen Ball ins Tor. (Foto: Julia Bachmann)

Bad Dürrenberg/MZ - Um den Hals der besten Nachwuchsradballer Sachsen-Anhalts glänzte am Ende des Tages kein Edelmetall: Die Vorbereitungszeit für die Landesmeisterschaft der Nachwuchsklassen U13 bis U17 war zu gering, die Auszeichnungen nicht rechtzeitig fertig. Die Medaillen für die Platzierten werden noch nachgereicht, doch die Titel sind bereits seit Samstag vergeben.

„Der Bund Deutscher Radfahrer hat vor zwei Wochen die Termine für die Viertelfinale der Deutschen Meisterschaften herausgegeben“, erklärt Volker Hesselbarth vom Reideburger Sportverein die Notwendigkeit des Nachwuchsturniers. Um dorthin Mannschaften zu entsenden, sei eine Landesmeisterschaft nötig, um die Besten des Bundeslandes zu ermitteln – und das innerhalb der vorgegebenen Meldefristen. Die Coronaregeln hätten sie jedoch organisatorisch vor Herausforderungen gestellt. „Wir sind froh, dass wir die große Halle in Bad Dürrenberg bekommen haben. In kleineren Hallen wäre das Turnier von der zugelassenen Personenanzahl nicht möglich gewesen“, erzählt der Mitorganisator. In der Sporthalle der Borlachschule konnten die Titelkämpfe am Samstag sogar vor Zuschauern stattfinden, sodass Eltern und Großeltern ihre Kinder beim ersten Turnier seit fast zehn Monaten unterstützen konnten.

Heimspiel für die Tollwitzer

Die Ausrichtung in Bad Dürrenberg bedeutete ein Heimspiel für die beiden Mannschaften des Tollwitzer Radsportvereins. Tim Riedel und Ben Lukas Weise lagen nach einem Sieg und einem Unentschieden in der Vorrunde der Altersklasse U13 punktgleich mit ihren stärksten Konkurrenten aus Zscherben. Mit einer 0:3-Niederlage im Entscheidungsspiel reichte es für das Tollwitzer Duo am Ende nur für Silber. „Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber am Ende fehlte ihnen das Glück“, meint Trainer Sven Riedel.

Phillip Adrian Hunold (l.) und Niklas Hennig (2.v.l.) erkämpften sich Silber.
Phillip Adrian Hunold (l.) und Niklas Hennig (2.v.l.) erkämpften sich Silber.
(Foto: Julia Buchmann)

Platz zwei erkämpften sich in der nächsthöheren Altersklasse auch ihre Vereinskollegen Niklas Hennig und Phillip Adrian Hunold. Die Mannschaft musste sich lediglich gegen die Brüder Max und Paul Berndt aus Reideburg mit 2:4 geschlagen geben, die sich am Ende ungeschlagen den Landesmeistertitel erkämpften. Die anderen beiden Duelle gegen Colbitz und Zeitz dominierten die Tollwitzer deutlich mit zweistelligen Endresultaten.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Sven Riedel über die beiden Silberränge seiner Schützlinge. Seit Oktober hätten sie nicht auf die Räder gedurft, den Trainingsbetrieb vor zwei Wochen erst wieder aufgenommen. „Zuerst mal bin ich glücklich, dass die Kinder nach so einer langen Zeit überhaupt noch zum Sport kommen“, erzählt er weiterhin. Er sei froh, dass die Eltern hinter ihren Kindern stehen und sie auch zuhause motiviert haben, Kraft und Fitness zu trainieren und damit die Grundlagen für das Spiel mit dem Rad aufrecht zu erhalten. „Radball verlernt man nicht so schnell, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen“, ist sich der Tollwitzer Trainer sicher. „Nur die Turniererfahrung fehlt.“

Viertelfinale im Herbst

Mit den guten Ergebnissen der Landesmeisterschaft qualifizierten sich beide Mannschaften aus Bad Dürrenberg für die Viertelfinale der Deutschen Meisterschaften, die im Herbst ausgetragen werden. Obwohl in diesem Jahr noch kein Vergleich mit Mannschaften anderer Bundesländer möglich gewesen ist, blickt Sven Riedel optimistisch auf die nationalen Turniere: „Man weiß nicht, wie die anderen Mannschaften drauf sind, gerade weil viele aus den alten Bundesländern die ganze Zeit über trainieren durften. Aber ich denke, wir haben sehr gute Chancen, an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen.“ Ähnlich sehen es die weiteren Vereine aus Lostau, Reideburg und Zscherben, deren Mannschaften sich für die Vorrundenspiele qualifizieren konnten. „Sachsen-Anhalt ist auf einem guten Weg“, sind sich Volker Hesselbarth und Sven Riedel einig.