Diskussion um Planverfahren

Soll ein Ferienressort am Runstedter See entstehen?

Von Diana Dünschel
Runstedter See
Runstedter See (Foto: Diana Dünschel)

Braunsbedra/MZ - Soll die Stadt Braunsbedra ein Bebauungsplanverfahren in Gang setzen, um zu prüfen, ob der private Eigentümer des Runstedter Sees ein Ferienressort bauen kann? Nach vielen Diskussionen und einer Bürgerversammlung sollte der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend dem Stadtrat eine Empfehlung geben. Doch die wurde am Ende auf Mitte September vertagt.

In der Einwohnerfragestunde wiesen Mitglieder der Großkaynaer Bürgerinitiative nochmals auf ihre Bedenken hin. Ob die Stadträte denn den Abschlussbericht zu den Altlasten unter dem See kennen, lautete eine der gestellten Fragen. Außerdem hieß es, die Stadt solle sich doch lieber auf den Geiseltalsee konzentrieren.

Für Sachfragen zu früh

Braunsbedras Bürgermeister Steffen Schmitz und Stadtrat Thomas Mai (beide CDU) sagten, die Sachfragen seien berechtigt. Doch genau um die gehe es dann in dem Verfahren. Da würde zur Sprache gebracht, geprüft und abgewogen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. „An dieser Stelle sind wir noch nicht“, sagte der Bürgermeister. „Es ist noch zu früh, Sachfragen zu diskutieren“, sagte Mai.

Daniel Schneider (AfD) erklärte, seine Fraktion sei für die Einleitung des B-Plan-Verfahrens. Aber es müsse geprüft werden, ob die Jetskis auch elektrisch fahren können, ob der See tatsächlich Badequalität habe, der Rundweg weiter ohne Zaun nutzbar sei und Großkaynaer kostenlos Zugang zum Wasser hätten.

Tilo Berndt (Die Linke) meinte, seine Fraktion sei grundsätzlich für einen touristischen Ausbau und das Anschubsen des B-Plans. Es müsse natürlich über den Umfang des Ferienressorts geredet werden. Der Großkaynaer Stadtrat Ivo Burkhardt (CDU) sprach sich dagegen aus. Es sei zu vieles nicht geklärt. Es werde mit zu vielen Touristen geplant. Er sei nicht dafür, den Stein ins Rollen zu bringen. Stadtrat Ingo Heyde (parteilos), der ebenfalls aus Großkayna stammt, sprach sich für den Beschlussvorschlag aus. „Ansonsten wäre das ein ganz schlechtes Zeichen nach außen“, sagte er.

Treffen wird abgewartet

Bürgermeister Schmitz informierte darüber, dass der Investor, die Bürgerinitiative, die Stadt und Stadträte Mittwoch ein Treffen verabredet hatten, um ihre jeweiligen Interessen abzustimmen. Er schlug vor, dieses Treffen abzuwarten, die Entscheidung auf die nächste Hauptausschusssitzung nach der Sommerpause zu vertagen und dann die Ergebnisse in die Abstimmung einfließen zu lassen. Thomas Schulze (Freiwillige Feuerwehr Braunsbedra) und Rüdiger Hering (FDP) befürworteten das. Auch in der folgenden Abstimmung war die Mehrheit eine Verschiebung.