Werke der „interkulturellen Wanderausstellung“

Nikolaikirche in Wettin stellt Kunst aus, die gesellschaftliche Brücken schlagen soll

In der Nikolaikirche in Wettin sind neben Bildern der Burg-Schüler auch erstmals welche von Jugendlichen des Islamischen Kulturzentrums aus Halle zu sehen.

Von Franz Ruch
Schüler aus Wetti n und Halle-Neustadt betrachten die Werke ihrer gemeinsamen Ausstellung in der Wettiner NIkolaikirche.
Schüler aus Wetti n und Halle-Neustadt betrachten die Werke ihrer gemeinsamen Ausstellung in der Wettiner NIkolaikirche. Foto: Silvio Kison

Wettin/MZ - Schon seit mehr als 25 Jahren verschönern regelmäßig die Kunstwerke der Schülerinnen und Schüler des Burg-Gymnasiums in Wettin die Wände der benachbarten Nikolaikirche. Zu den Bildern der Burg-Schüler haben sich jetzt erstmals auch welche von Kindern und Jugendlichen aus dem Islamischen Kulturzentrum in Halle-Neustadt gesellt. Unter dem Motto „Kunst baut Brücken“ sollen die Werke der „interkulturelle Wanderausstellung“ den Austausch zwischen den Jugendlichen fördern.

Kunst soll Brücken schlagen

Als Thema der diesjährigen Ausstellung konnten die Schüler wählen zwischen „Porträt“ oder „Natur und Umwelt“. Der 16-jährige Burg-Schüler Oskar Lange hat sich für zweiteres entschieden und die Umweltverschmutzung durch den Menschen in den Fokus gerückt. Auf seinem Bild ist ein Müllhaufen zu sehen, über dem eine Maske thront. „Die Maske ist das Gesicht der Menschen. Sie hat keine Augen, um zu zeigen, dass der Mensch seinen verursachten Müll nicht sieht“, sagt er.

Ein paar Meter weiter hängt das Bild von Tasneem Matouk. Die 13-Jährige ist in der sechsten Klasse der Kooperative Gesamtschule „Wilhelm von Humboldt“ in Halle-Neustadt und hat im Druckverfahren ein Herbstblatt künstlerisch vervielfältigt. In ihrer Freizeit male sie ab und zu, sagt sie. Doch Teil einer Ausstellung, wie jetzt in der Wettiner Nikolaikirche, sei sie noch nie gewesen.

Bildern von Burg-Schülern sind erstmals mit Jugendlichen des Islamischen Kulturzentrums aus Halle zu sehen

Eigentlich sollte das Kooperationsprojekt schon deutlich früher starten, doch Corona hatte der Ausstellung einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt Thomas Herrmann, Vorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Wettin. Herrmann hatte schon 2019 das Islamische Kulturzentrum in Halle zum Tag der offenen Tür besucht und ist dort auf die ausgestellten Kunstwerke des Vereins „Hoffe Saale“ gestoßen. „Ich habe gestaunt, was dort zusammengestellt wurde“, sagt er.

Da sei ihm die Idee gekommen, die Bilder der Kunstschüler vom Burg-Gymnasium mit denen der Schüler aus Halle-Neustadt gemeinsam auszustellen. Um an den interkulturellen Gedanken anzuschließen, gab es beim ersten Zusammentreffen der Schülergruppen in Wettin auch gleich eine kleine Führung durch das Burg-Gymnasium.

Wie Ines Sterz von der Wettiner Stadtinformation verrät, sei zunächst geplant gewesen, nur einzelne Bilder auch an anderen Orten aufzuhängen. „Doch uns hat die Hängung in der Kirche so gut gefallen, dass wir jetzt komplett wandern“, sagt sie. Die Ausstellung soll als nächstes im Schloss Ostrau zusehen sein. Später sollen die Bilder auch noch in das Hoffe-Kultur-Zentrum nach Halle-Neustadt wandern.