Mitarbeiter kritisieren Vorgehen

Arbeiter stirbt bei Amazon in Leipzig - Betrieb läuft weiter

Als ein Arbeiter im Leipziger Logistikzentrum von Amazon stirbt, geht der Betrieb ganz normal weiter. Jetzt kritisieren Mitarbeiter das Vorgehen ihres Arbeitgebers.

23.11.2022, 13:43
Während der Schicht starb in diesem Jahr ein Mitarbeiter bei Amazon in Leipzig.
Während der Schicht starb in diesem Jahr ein Mitarbeiter bei Amazon in Leipzig. Foto: dpa/Peter Endig

Leipzig/DUR/acs - Nach einem Todesfall im Amazon-Logistikzentrum in Leipzig ist der Betrieb normal weiter gelaufen. Während Rettungskräfte und Polizei stundenlang im Einsatz waren, wurde die Schicht fortgesetzt. Das berichten „Correctiv.lokal“ und die „Leipziger Volkszeitung“ nach einer gemeinsamen Recherche. Der Vorfall im Leipziger Logistikzentrum ereignete sich demnach bereits am 15. August.

Mitarbeiter stirbt bei Amazon in Leipzig - Kollegen sehen zu

Um den Vorfall nachvollziehen zu können, hat „Correctiv.lokal“ eigenen Angaben zu Folge mit mehreren Amazon-Mitarbeitern gesprochen. Der Vorfall habe sich am frühen Nachmittag ereignet, als ihr Kollege plötzlich zusammenbrach und eines natürlichen Todes starb. Um die Leiche des Arbeiters seien Pappen als Sichtschutz aufgebaut worden. Der Betrieb sei währenddessen ganz normal weitergelaufen.

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Die Mitarbeiter kritisieren demnach das Vorgehen ihres Arbeitsgebers. Der Schichtbetrieb hätte eingestellt werden müssen, finden sie. Auch Amazon selber räumt Fehler ein: Es sei nach dem Todesfall „leider nicht optimal gelungen“, eintreffende Mitarbeiter aus der Halle in einen anderen Bereich zu verlegen. Im Nachhinein hätte man anders gehandelt, so Amazon.

Betrieb geht nach Todesfall bei Amazon in Leipzig einfach weiter

Die Stelle, an der der Leichnam lag, sei laut Unternehmen jedoch von höheren Regalen und einer Wand abgeschirmt gewesen. Außerdem seien weitere Sichtbarrieren herbeigeschafft worden. Einzelne Arbeitsstationen wären gesperrt und Förderbänder abgestellt worden.

Amazon teilte laut „Correctiv.lokal“ auch mit, dass man es Beschäftigten der betroffenen Schichten freigestellt habe, bezahlt nach Hause zu gehen. Die befragten Mitarbeiter haben von diesem Angebot jedoch nichts gewusst.