Erster Nachweis seit 70 Jahren

Seltene Alpenfledermaus in Leipziger Plattenbau entdeckt

Blick auf eine Plattenbau-Siedlung im Leipziger Osten. Peter Endig

Dresden - In einem Leipziger Plattenbau ist die seltene Alpenfledermaus entdeckt worden. Es handelt sich um den ersten Nachweis in Deutschland seit 70 Jahren, wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Freitag in Dresden mitteilte.

Die letzte Kolonie der Art war 1951 in Oberbayern gefunden worden. Seither galt die Alpenfledermaus in Deutschland als ausgestorben. Die Alpenfledermäuse in Leipzig bewohnen ein Plattenbaugebiet im Osten der Stadt. Es handelt sich um eine kleine Kolonie von vier Weibchen. Sie jagen Insekten in den Straßen und Höfen des Plattenbaugebiets und in einer angrenzenden Parkanlage, zu der ein künstliches Gewässer gehört. Als Quartier nutzen sie Spalten an unsanierten Plattenbauten.

Dem Landesamt zufolge gibt es zudem akustische Nachweise der Alpenfledermaus in Dresden, Torgau und an der Mulde bei Grimma, was auf weitere Vorkommen der kleinen, etwa sperlingsgroßen Fledermaus in Sachsen hindeute. Die Alpenfledermaus, die den lateinsichen Namen Hypsugo savii trägt, kommt vor allem in Südeuropa und im Alpenraum vor. Sie bewohnt felsenreiche Lebensräume vom Hochgebirge bis zu Küstenregionen und nutzt überwiegend Felsspalten oder Spalten an Gebäuden als Quartiere.

In Deutschland wurde die Alpenfledermaus laut Bundesamt für Naturschutz in den vergangenen Jahren gelegentlich nachgewiesen. Einige dieser Tiere gelangten offenbar durch Warentransporte ins Bundesgebiet, die Fledermaus scheint sich aber auch nach Norden auszubreiten. (afp)