Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotelmitarbeiter

Vorwurf der Verleumdung: Gil Ofarim lässt Frist für Stellungnahme verstreichen

Bis Montag hatte das Landgericht Leipzig Gil Ofarim Zeit gegeben, sich zum Vorwurf der Verleumdung und falscher Verdächtigung zu äußern. Doch der Musiker ließ die Frist verstreichen. Was nun passiert und wie es mit dem Fall weitergeht.

10.05.2022, 13:46
Gil Ofarim hat sich laut dem Landgericht Leipzig nicht zum Vorwurf gegen ihn geäußert.
Gil Ofarim hat sich laut dem Landgericht Leipzig nicht zum Vorwurf gegen ihn geäußert. Foto: Gerald Matzka/dpa

Leipzig/DUR/dpa – Im Oktober 2021 hatte der Musiker Gil Ofarim einem Hotelmitarbeiter in Leipzig vorgeworfen, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen kamen die Leipziger Ermittler aber zu dem Schluss: Ofarim soll gelogen haben. Die Staatsanwaltschaft erhob daher Anklage wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung.

Bis zum Montag hatte Ofarim nun Zeit, sich dazu zu äußern – diese Frist ließ er jedoch verstreichen, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Leipzigs mit. Das Gericht hatte ihm diese Frist eingeräumt, in der es zunächst nicht über die Zulassung der Anklage entschied.

Fall Gil Ofarim: Gericht prüft Zulassung der Anklage wegen Verleumdung

„Er kann sich weiterhin zu den Vorwürfen einlassen. Ab jetzt könnte das Gericht aber jederzeit bekannt geben, ob es die Anklage zulässt.“ Es könne noch dauern, bis das Gericht eine Entscheidung fälle. Das hänge auch von der Arbeitsbelastung des Gerichts und anderen laufenden Verfahren ab. Konkrete Fristen gebe es nicht.

Ofarim hält laut seinem Anwalt an seiner Darstellung des Vorfalls im Leiptiger Westin-Hotel fest. „Davon können Sie ausgehen“, sagte der Anwalt Markus Hennig dem NDR-Medienmagazin „Zapp“ in einem vergangene Woche veröffentlichten Beitrag auf die Frage, ob Ofarim bei seiner Version des Vorfalls bleibe.

Anklage gegen Gil Ofarim könnte auch am Amtsgericht Leipzig verhandelt werden

Für das weitere Verfahren gibt es mehrere Möglichkeiten: Die zuständige Kammer des Landgerichts kann die Anklage komplett zulassen, sie kann sie mit Änderungen zulassen oder sie kann sie nicht zulassen.

Eine weitere Option ist, dass die Anklage zugelassen, das Verfahren aber vor dem Amtsgericht eröffnet wird. Dort würde der Fall vom Strafmaß her eigentlich hingehören. Die Staatsanwaltschaft hatte sich jedoch wegen der besonderen Bedeutung und öffentlichen Wirkung des Falls dafür entschieden, Anklage zum Landgericht zu erheben.