Ein besonderer Ort

Wie der 150. Geburtstag der Evangelischen Kirche in Elster gefeiert wurde

Die Evangelische Kirche in Elster wurde vor 150 Jahren geweiht. Wie der Geburtstag gefeiert und woran dabei erinnert wurde.

Von Von Boris Canje
Pfarrerin Judith Kölling und Lutz Schröter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Elster, enthüllten aus Anlass zur 150 Jahre Kirchweihe noch einmal den Grundstein aus dem Jahre 1867.
Pfarrerin Judith Kölling und Lutz Schröter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Elster, enthüllten aus Anlass zur 150 Jahre Kirchweihe noch einmal den Grundstein aus dem Jahre 1867. Fotos: Boris Canje

Elster/MZ - Der 150. Jahrestag eines Gebäudes wird sicherlich für viele nicht unbedingt ein Grund für eine große Feier sein. Schließlich gibt es andere, die viel mehr Jahre auf dem „Buckel“ haben. Es ist aber nicht das erste Gotteshaus in Elster. Vielmehr gab es gleich mehrere Vorgänger, vermutlich vier und an unterschiedlichen Standorten.

Auf dem Dachboden

Sie wanderten sozusagen mit dem Ort mit. Alle wurden Opfer von Hochwassern der Elbe, einer Feuersbrunst oder aber des 30-jährigen Krieges. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde 1653 als Fachwerkgebäude an gleicher Stelle errichtet, aber bei einer großen Brandkatastrophe im Jahr 1861 zerstört. Gottesdienste fanden danach auf dem Dachboden des 1856 erbauten Pfarrhauses statt, das von den Flammen verschont blieb. Vier Jahre später wurde der Grundstein für den heutigen neogotischen Hallenbau gelegt und 1871 die neue Kirche geweiht. Da ist es nur zu verständlich, dass die 150 Jahre gebührend gefeiert wurden.

Auftakt dazu war am Sonntagnachmittag ein Gottesdienst. In der Kirche war entsprechend den Hygienebestimmungen wegen der Corona-Pandemie nur jede zweite Bankreihe nutzbar. Die erforderlichen Absperrungen dazu wurden gleich zum Schmücken genutzt. An weißen Bändern waren Sträuße aus frischem Grün befestigt. Und jeder Besucher bekam seinen Platz zugewiesen.

Linda und Philipp Zeidler musizierten und sammelten  Spenden für Vereine, die sich um krebskranke Kinder kümmern.
Linda und Philipp Zeidler musizierten und sammelten Spenden für Vereine, die sich um krebskranke Kinder kümmern.
Foto: Boris Canje

In ihrer Predigt stellte Pfarrerin Judith Kölling die Frage, warum ein Ort eine Kirche brauche und dazu eine so große wie in Elster. Kinder, so ihre Antwort, würden sagen, weil hier Gott wohne. Doch dieser sei eigentlich überall. In eine Kirche kämen Menschen jedoch, um hier Ruhe zu finden, inne zu halten, ein Gebet zu sprechen oder um Führung zu bitten. Es sei also ein besonderer Ort, an dem Gott gespürt werde.

Besonders geschmückt

Zwei Gäste trugen wesentlich zur Gestaltung des Gottesdienstes bei. Linda und Philipp Zeidler, zwei junge Musiker, die keine Unbekannten im Ort an der Elbe sind. Dreimal traten sie schon in Elsters Gotteshaus auf und sammelten dabei stets Geld für Vereine, die sich um krebskranke Kinder kümmern. Linda Zeidler war als Kind an Leukämie erkrankt, deshalb gingen sie schon mehrmals auf eine „Herzenstour“. Zu einem Geburtstag gehört natürlich auch „Happy Birthday“. Doch es wurde von Philipp am Klavier besonders gespielt. Er präsentierte es in Variationen, die möglicherweise so geklungen hätten, wenn Mozart, Beethoven oder Bach das Lied komponiert hätten. Zum Schluss ertönte ein Feuerwerk auf der Orgel, das mit zwei Knallern endete, die Konfetti in den Innenraum der Elsteraner Kirche fliegen ließen.

Pfarrerin Judith Kölling lud alle zu einem kleinen Sektempfang, es gab auch Wasser oder Saft, neben das Gotteshaus ein. Dort wartete eine Überraschung. Mit weißem Stoff war etwas an der Wand verhüllt. Es handelt sich um den Grundstein aus dem Jahre 1867. Er wurde von der Pfarrerin und dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Lutz Schröter, erneut enthüllt. Geschmückt war der kaum leserliche, graue Stein mit einer Girlande aus Efeu und Rosen. Hier wurde auf das Jubiläum angestoßen und es gab mehrere kurze Grußansprachen.