Vier Schwerverletzte

Tragödie auf der B100 bei Bergwitz: Drei Tote, vier Schwerverletzte

Bergwitz - Bei einem furchtbaren Unfall Samstag kurz nach 14 Uhr verloren auf der B 100 drei Menschen ihr Leben. Inzwischen steht fest: Ums Leben kamen bei Bergwitz eine 70-Jährige aus Hessen sowie eine 43-jährige Frau und 13-jähriges Mädchen aus Nordrhein-Westfalen.

Von Marcel Duclaud 21.08.2017, 03:42

Schon wieder die berüchtigte Kreuzung, schon wieder Tote: Bei einem furchtbaren Unfall Samstag kurz nach 14 Uhr verloren auf der B 100 drei Menschen ihr Leben.

Die Polizei hielt sich lange mit einer Presseinformation zurück, weil es schwer war, die Identität zu klären. Nun ist klar, dass es sich bei den Personen, die gestorben sind, um drei Mitglieder einer Familie handelt.

Unfall bei Bergwitz in Richtung Kemberg: Auch Rettungshubschrauber im Einsatz

Ums Leben kamen bei Bergwitz eine 70-Jährige aus Hessen sowie eine 43-jährige Frau und 13-jähriges Mädchen aus Nordrhein-Westfalen.

Nach jetzigem Stand der Dinge wollte der mit fünf Personen besetzte Opel, der aus Bergwitz kam, die Kreuzung in Richtung Kemberg überqueren, am Steuer saß ein 47-jähriger Mann aus NRW, neben ihm ein 75-jähriger Hesse. Der Wagen kollidierte mit einem Kia, der aus Richtung Gräfenhainichen in Richtung Wittenberg unterwegs war.

In dem Kia saßen zwei Personen, die 34-jährige Fahrerin und ein zwölfjähriger Junge aus Zahna-Elster. Die drei Menschen, die starben, fuhren in dem Opel mit, die anderen vier in den Unfall Verwickelten sind schwer verletzt in mehrere Krankenhäuser der Region gebracht worden.

Im Einsatz war neben Rettungskräften, Feuerwehren und Polizei auch ein Rettungshubschrauber.

Einsatzleiter der Feuerwehren: „Der Aufprall muss heftig gewesen sein“

Der Einsatzleiter der Feuerwehren aus Bergwitz und Kemberg, Thomas Kebernik, sprach von einem Trümmerfeld, das sich den Augen kurz nach dem Unfall bot. „Die Autos lagen in einem Abstand von rund 150 Metern. Der Aufprall muss heftig gewesen sein.“

Ersthelfer hatten nach seinen Worten bereits mehrere Menschen aus den Fahrzeugen geborgen, zwei waren allerdings eingeklemmt. Kameraden der Feuerwehr mussten sie aus dem Blech herausschneiden.

Solch einen schlimmen Unfall, räumt der erfahrene stellvertretende Stadtwehrleiter ein, habe er noch nicht erleben müssen. Die beteiligten Feuerwehrleute sind nach dem Einsatz psychologisch betreut worden.

Viele Fragen noch offen: Unfall wird die Ermittler noch lange beschäftigen

Der schwere Unfall, der eine über dreistündige Sperrung der Bundesstraße nach sich zog, wird die Ermittler noch länger beschäftigen, etliche Fragen sind offen, etwa die nach der Geschwindigkeit. Analytiker der Polizei waren vor Ort. Dass ein Vorfahrtfehler zu dem Zusammenstoß führte, ist wahrscheinlich, wird aber noch nicht bestätigt.

Der Unfall dürfte auch in anderer Hinsicht Konsequenzen haben. Zumindest hofft das der Kemberger Bürgermeister Torsten Seelig, der aus seinem Zorn keinen Hehl macht: „Ich habe den Kanal voll“, sagt er zur MZ und meint die Verzögerungen um den lange geforderten Kreisverkehr - die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt.

Bürgermeister Seelig fordert Kreisverkehr

Die Pläne für den Kreisel sind so ziemlich fertig, sie seien, erklärt Seelig, von der Landesstraßenbaubehörde an das Landesverwaltungsamt geschickt worden - und hätten dort über ein Jahr gelegen, unbearbeitet, wegen Personalengpässen.

Inzwischen ist der Plan bearbeitet und wegen nötiger Nachbesserungen zurück bei der Straßenbaubehörde: „Ich habe“, sagt Seelig, „noch letzte Woche wegen des Themas telefoniert. Das muss doch mal vorwärts gehen.“

(mz)