Bauvorhaben im Landkreis Wittenberg

Projekt bei Bergwitz nimmt Fahrt auf

Immer näher rückt die Realisierung von Radweg und Kreisverkehr bei Bergwitz. Was vor dem ersten Spatenstich allerdings noch erledigt werden muss.

Von Paul Damm
Diese provisorische Ampelkreuzung bei Bergwitz soll in einen Kreisverkehr umgebaut werden, um das Unfallrisiko zu senken.
Diese provisorische Ampelkreuzung bei Bergwitz soll in einen Kreisverkehr umgebaut werden, um das Unfallrisiko zu senken. Foto: July Wagner

Bergwitz/MZ - Die Kreuzung zwischen Bergwitz und Kemberg ist berüchtigt. Immer wieder ereigneten sich dort teils schwere Unfälle - besonders tragisch: Der Zusammenstoß im Sommer 2017, bei dem drei Menschen starben. Um das Unfallrisiko an der B 100 zu senken, wurde eine provisorische Ampelanlage installiert, die den Verkehr regelt. Seitdem hat sich die Lage entspannt. Dass dies keine langfristige Lösung sein kann, war der Stadt Kemberg bewusst. Daher gab es bereits im vergangenen Jahr ein Anhörungsverfahren zum Bau eines Kreisverkehrs und eines Radwegs zwischen Kemberg und Bergwitz. Beides existiert bisher noch nicht. Inzwischen hat das millionenschwere Bauprojekt Fahrt aufgenommen.

Einen Schritt weiter

Sehr zufrieden zeigt sich Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig (CDU) vom derzeitigen Stand des Vorhabens. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der Radverkehrsanlage an der L129 liegen seit Januar vor, nun konnte auch das Planfeststellungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. „Es gab keine Klage dagegen“, berichtet der Rathauschef erfreut. Damit ist die Stadt Kemberg der Realisierung dieses großen Bauprojekts wieder einen Schritt nähergekommen. In der nächsten Zeit soll es eine Absprache mit der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) geben, teilte Seelig mit. Diese wird für den Bau von Kreisverkehr und Radweg zuständig sein. „Wir werden in enger Zusammenarbeit mit dem LSBB die Ausführungsplanung ausarbeiten“, erklärt Seelig. Unter anderem geht es dabei um die Gestaltung und bauliche Realisierung des Radwegs.

Laut Planungsunterlagen soll der Radweg in Kemberg nördlich der Brücke über dem Flieth beginnen und sich bis hinter den Bergwitzer Ortseingang erstrecken. Innerhalb der Ortslage Kemberg wird die derzeit durchschnittlich sechs Meter breite Straße auf 6,50 Meter ausgebaut und die Fahrbahndecke in der gesamten Breite der Straße erneuert. Am Sportplatz in Kemberg soll ein Gehweg ergänzt werden, der auch für Radfahrer freigegeben wird. Anfang des Jahres ließ Seelig verlauten, dass dieses Projekt nach der Fertigstellung richtig schick aussehen werde.

Außerdem wird durch den Bau eines Radweges ein weiterer Unfallschwerpunkt beseitigt. Denn bisher ist es sehr gefährlich, auf der Landstraße mit seinem Fahrrad zu fahren. Zwar habe es noch keinen Unfall im Zusammenhang mit Radfahrern gegeben, doch der Streckenabschnitt ist teilweise kurvig und unübersichtlich, zudem ist dort für Autofahrer Tempo 100 erlaubt. Obwohl die Planung voranschreitet, wird es noch mehr als zwei Jahre dauern, bis die ersten Radfahrer auf dem neuen Weg radeln können. Seelig sagt: „Bevor wir den ersten Spatenstich machen können, müssen die Ausführungsplanungen erstellt werden. Sollte es noch Änderungen geben, müssen wir diese auch noch berücksichtigen.“

Tief in die Tasche greifen

Ganz billig wird dieses Bauprojekt nicht. Insgesamt werden 3,8 Millionen Euro für Rad- und Gehweg sowie für den Kreisverkehr fällig. Einen Großteil der Kosten trägt das Land. Die Stadt Kemberg beteiligt sich jedoch auch mit einer nicht ganz geringen Summe von etwas mehr als 500.000 Euro an dem Projekt. Wenn alles nach Plan läuft und keine Klagen bei der Stadt eingereicht werden, soll entweder Ende 2022 oder Anfang 2023 mit dem Bau des Radwegs und Kreisverkehrs bei Bergwitz begonnen werden.

Torsten Seelig
Torsten Seelig
(Foto: Thomas Klitzsch)