Corona

Neue Ampel informiert zum Virus

Mehr Faktoren statt nur Inzidenz.

Von Julius Jasper Topp
Neues Ampelsystem im Landkreis Wittenberg
Neues Ampelsystem im Landkreis Wittenberg (Foto: DPA)

Wittenberg - Mit einem neuen Ampelsystem will der Landkreis Wittenberg ab sofort die aktuelle Corona-Lage für die Bevölkerung deutlich machen. Das neue System zur Bewertung der Lage löse die alleinige Konzentration auf den Inzidenzwert ab.

Künftig werden die 7-Tage-Inzidenz, die allgemeine Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung und die 7-Tage-Inzidenz der Covid-19-Hospitalisierungen herangezogen. Außerdem enthalten sind die Covid-19-Belegung der Intensivstationen und die Impfquote. Wochentags stehen die aktuellen Zahlen zu den einzelnen Indikatoren auf der Internetseite des Landkreises.

Drei neue Infektionen

Am Donnerstag wurden hier drei neue Infektionen verzeichnet und eine Inzidenz von 41 (Vortag: 40). Die Ausbreitung in der Bevölkerung zeige wenige, lokal begrenzte Ausbrüche; die Hospitalisierungsinzidenz liege bei null; die Belegung der Intensivstationen bei null und die Impfquote bei 56,1 Prozent.

„Unser Ziel ist es, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, die zum Infektionsgeschehen und seinen Folgen passen“, sagt Landrat Christian Tylsch (CDU). „Die einzelnen Indikatoren liefern ein differenziertes Bild der Lage, so dass wir schnell handeln können. Im Moment erleben wir eine erhöhte Inzidenz, ohne Covid-Patienten in den Krankenhäusern. Solange dieser Umstand anhält, gelten unsere Bemühungen der Kontaktverfolgung und der Impfkampagne, denn hier haben wir noch deutlichen Nachholbedarf. Die Impfungen zeigen aber schon jetzt Wirkung, deshalb dürfen und wollen wir da nicht nachlassen.“

Konkrete Maßnahmen werden abhängig von der täglichen Lage getroffen. So seien vor allem die Hospitalisierungsrate und die Belegung der Intensivbetten wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems zu bewerten. Bei einem Anstieg können Maßnahmen wie vermehrtes Testen oder verstärktes Tragen von Mund-Nasen-Schutz folgen.

Verstärkte Ermittlungen

Ein Anstieg der 7-Tage-Inzidenz sowie die Ausbreitung in der Bevölkerung haben zudem auch organisatorische Konsequenzen. Hier müsse verstärkte Ermittlungsarbeit geleistet werden, was Personalaufstockung nach sich ziehen könne. Die Indikatoren seien in Abstimmung mit dem Land festgelegt worden und seien in der aktuell gültigen Eindämmungsverordnung begründet.

Michael Hable, leitender Amtsarzt, sagt dazu: „Ich finde es gut, dass nun nicht mehr nur die Inzidenz im Zentrum steht, sondern auch die Auslastung der Krankenhäuser und Intensivbetten bei der Bewertung mit herangezogen wird. Ich hoffe, dass wir dadurch die vierte Welle effizient eindämmen können.“