Nachruf auf Klaus Schindler

Nachruf auf Klaus Schindler: Der Kapitän ist von Bord gegangen

Wittenberg - Klaus Schindler ist am Dienstag seiner schweren Krankheit erlegen. Die von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Mittwoch in Magdeburg vorgenommene Auszeichnung „für besondere Verdienste im Sport“, die Klaus Schindler erhalten sollte, hat stellvertretend dessen Sohn Lars entgegen ...

03.11.2016, 07:44

Klaus Schindler ist am Dienstag seiner schweren Krankheit erlegen. Die von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Mittwoch in Magdeburg vorgenommene Auszeichnung „für besondere Verdienste im Sport“, die Klaus Schindler erhalten sollte, hat stellvertretend dessen Sohn Lars entgegen genommen.

Klaus Schindler (64) hat sein Leben dem Rudersport gewidmet. Als Aktiver und nahezu vier Jahrzehnte als Trainer. Viele kennen den 1,97 Meter großen Recken als jemand, der nicht zu übersehen ist. Einer, der für das Rudern mit diesen Gardemaßen nahezu prädestiniert war. Seine Karriere startete er auf der Kinder- und Jugendsportschule, von hier aus wechselte Schindler in das Leistungszentrum Halle. Insider wissen: Hier wurden Weltmeister und Olympiasieger geformt. Doppel-Olympiasieger Andreas Hajek zählte zu seinen Weggefährten. Ihm brachte er das Ruder-Abc bei. Auch Thomas Lange (Olympiasieger 1992) galt als einer der Vorzeigeathleten. Nach fünf bis sechs Jahren kräftezehrendem Leistungssport blieb Schindler dem Rudern treu. Ob als Coach oder im Ehrenamt als Chef der Ruderjugend Sachsen-Anhalts. Die Nachwuchsarbeit lag Schindler stets am Herzen. Einer seiner Sprüche lautete: „Wenn ich einen schlechten Tag in der Schule habe, powere ich mich beim Rudern aus. Dann kann ich neu in den Tag starten.“ Mit diesen Mut machenden Worten gelang es ihm, viele seiner Schützlinge aus der Reserve zu locken und für diese Wassersportart zu begeistern. Kraft, Ausdauer, Teamgeist sind Eigenschaften, die für das Rudern unerlässlich sind. Ein Projekt mit dem Namen „Street Rowing“ wurde von Schindler initiiert.

Das beinhaltete, mit einer mobilen Ruderanlage von Ort zu Ort, von Schule zu Schule zu ziehen und damit das Rudern publik zu machen. Mit mehreren - über einen Computer vernetzten - Ruder-Ergometern können wettkampfähnliche Situationen simuliert werden. Über einen Beamer haben die „Starter“ die Möglichkeit, das Rennen auf einer Leinwand virtuell zu verfolgen.

Seit 1987 lebte Klaus Schindler in Mühlanger. Zusammen mit seiner Frau Karla, die als Lehrerin arbeitet, hat er seine drei Kinder Lars (Jahrgang 1974), Antje (1978) und Katja (1988) großgezogen. Lars, der in Bitterfeld ein Ingenieurbüro betreibt, ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Er hat dort die Goitzsche als ideales Wassersportareal entdeckt und seit 2006 mit seinem Vater einen Ruderclub aufgebaut. Nun hat er die Ehrung stellvertretend für seinen Vater trotz des plötzlichen Trauerfalls entgegen genommen. „Das wäre in seinem Sinne gewesen“, sagt er. (mz/rs)