Politik

„Kleinere Brötchen“ in Kemberg

Der Bau der Turnhalle Bergwitz sorgt dafür, dass die Stadt sparen muss.

Von Karina Blüthgen und Carla Hanus
Die Turnhalle in Bergwitz ist marode.
Die Turnhalle in Bergwitz ist marode. Klitzsch

Kemberg/MZ/ - In den Ausschüssen seien wiederholt Anfragen zur Turnhalle Bergwitz aufgekommen, hat Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates festgestellt. Er betonte: „Ja, wir bauen. Aber es muss uns auch klar sein, dass wir in den Jahren 2022 und 2023 dann haushaltstechnisch kleinere Brötchen backen müssen.“ Denn die Förderung für das Gesamtprojekt liege bei 50 bis 55 Prozent, ein erheblicher Teil der Baukosten müsse demzufolge über den städtischen Haushalt aufgebracht werden.

Die Stadt werde deshalb in den kommenden drei Jahren vorrangig auf Leader-Projekte ausweichen, wo die Förderung 90 Prozent betrage. Über alle anderen Wünsche und Pläne müsse man gesondert sprechen.

Der Bund hatte im März 2020 entschieden, den Bau der Turnhalle mit 1,4 Millionen Euro zu bezuschussen. Das hatte der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller verkündet, der sich damals mit Seelig in der Sitzung des Haushaltsausschusse des Deutschen Bundestages dafür eingesetzt hatte. Gleichzeitig hatte der CDU-Politiker betont, dass die bewilligte Summe nicht der beantragten Fördersumme von vier Millionen Euro entsprochen habe. Das liege daran, begründete Müller, dass das Förderprogramm „hundertfach überzeichnet“ gewesen sei - sprich: Es wurden weitaus mehr Anträge gestellt, als Geld zur Verfügung gestanden habe (die MZ berichtete).

Bürgermeister und Abgeordneter sahen diese Zusage dennoch als Erfolg an. Denn der Kampf um den Neubau der Turnhalle währte damals schon zehn Jahre. Beide kündigten an, nach Lösungen für die Finanzierung zu suchen. Allerdings wird sich eine Hoffnung Müllers nicht erfüllen. „Ich bin Optimist und wünsche mir die Übergabe der neuen Bergwitzer Turnhalle im Jahr 2021“, hatte er vor knapp anderthalb Jahren seine Pressemitteilung geschlossen.