Floorball in Elster

Floorball in Elster: Schläger bleiben im Schrank

Elster - Die Vereinsvorsitzenden des UHC Elster blicken auf ein Jahr fast ganz ohne Sport zurück. Die Heim-Halle ist jetzt auch noch das Corona-Impfzentrum.

Von Annette Schmidt

Es kommt einem vor wie aus einer anderen weitentfernten Zeit, wenn der Vorsitzende des UHC Elster Olaf Däumichen von der Winter-Ferienfahrt in die Steiermark mit Skikursen in Langlauf, Abfahrt, Snowboard und Schneewanderungen erzählt. Doch tatsächlich war die Fahrt für Vereinsmitglieder und Sponsoren im Februar 2020.

„Wir hatten auch Après-Ski gefeiert. Da war Corona noch ganz weit weg“, erinnert sich Däumichen und weiß im Nachhinein selbst, wie viel Glück sie hatten. Vier Wochen später war alles anders, und die Pandemie hatte nicht nur die Welt, sondern auch den Verein im Griff und in den harten Lockdown gezwungen.

Niederlage im letzten Spiel

Das letzte Spiel der Herrenmannschaft im März hat Jens Zoberbier, stellvertretender Vorsitzender des UHC und Präsident des Floorballverbandes Sachsen-Anhalts (FVSA), noch sehr deutlich vor Augen: „Wir haben wegen eines Tores verloren.“

Das Aus kam mitten in der Saison für alle Ligen, seitdem stehen die Pokale und Urkunden im Schrank und warten darauf, verteilt zu werden. „Floorball ist ein Hallensport, deswegen musste der Verband alles absagen von den Meisterschaften über die Final Four bis zu den Pokalen“, erklärt Zoberbier, der es besonders bedauert, dass die Deutsche Meisterschaft der U 15, die in Dessau ausgetragen werden sollte, ebenso abgesagt werden musste.

Über das Jahr wurde gerade die Abteilung Floorball sehr gebeutelt. „Wir haben unseren Mitgliedern kurzfristige Alternativen angeboten, und einige haben bei unseren Outdoor-Sportarten mitgemacht, wie Crossgolf und Wandern“, so Däumichen, der auch die jährliche Wanderreise, die wegen des Übernachtungsverbotes in Berghütten nur entlang des Malerweges in der Sächsischen Schweiz führte, erwähnt.

Nach vielen Stunden, in denen ein Hygienekonzept entwickelt wurde, gingen von Juli bis August endlich auch im Floorball die Saisonvorbereitungen draußen mit Konditionstraining und der Feststellung los, dass sich der Basketballplatz sehr gut für Floorball eignet. Alles schien wieder seine normalen Wege zu gehen, die Pokalauslosung versprach spannende Partien, doch nach nur zwei Spielen war wieder alles aus und die nächste Spielpause begann.

Sponsoren springen nicht ab

Doch eines hat die Corona-Krise auch gezeigt, die große Solidarität der Sponsoren, „Wir sind ihnen sehr dankbar, obwohl auch sie unter der Krise leiden, ist kein Sponsor abgesprungen“, betont Däumichen, deswegen freut es ihn auch, dass ihr Schatzmeister bestätigt hat, dass optimistisch wie der Verein ist, sie für Februar wieder die alljährliche Skifahrt geplant haben,

„Wir wollen mit unseren Mitgliedern und Sponsoren nach Zell am See auch als Dankeschön für die Unterstützung und das Durchhaltevermögen.“ Der Verein will so lange wie möglich an der Fahrt festhalten, aber natürlich nur so, wie es gesundheitlich zu vertreten ist. Allerdings: „Der Reiseveranstalter hat am Montag abgesagt. Wir haben unsere Mitglieder sofort informiert und hoffen nun auf 2022“, berichtet Däumichen vom nächsten Rückschlag.

Um trotz neuerlichen Lockdowns gerade den jungen Spielern einen sportlichen Anreiz zu liefern, hat der FVSA eine Challenge unter dem Motto „Wir tricksen Corona aus“, in dem die besten Tricks mit Floorball-Wettkampfstock und Lochball prämiert werden, ins Leben gerufen.

Die letzte große Herausforderung 2020 war die mehrfach verschobene Mitgliederversammlung, die letzten Endes ins Internet verlegt wurde. „Das hat prima geklappt“, berichtet Däumichen. Der Vorstand habe Bilanz über das Jahr 2019 und Anfang 2020 gezogen. Natürlich wurde dabei auch diskutiert, wo und vor allem wann wieder trainiert werden kann, da die Sporthalle des Berufsschulzentrums in Wittenberg Impfzentrum für den Kreis ist.

„Erst einmal haben wir die gute Nachricht, dass der Landkreis uns zugesichert hat, dass wir eine Ausweichmöglichkeit erhalten werden“, so Zoberbier, der nach der Bestätigung Elsters als Landesleistungsstützpunkt bis 2022 darauf hofft, dass es eine Halle in Wittenberg wird, da einige Spieler der UHC-Männermannschaft aus Kemberg und Umgebung kommen.

Doch das Ausweichangebot ist die Gymnasiumshalle in Jessen. „Das ist eine Top-Halle, aber für die Spieler über der Elbe wäre es schwieriger zum Training zu kommen“, so Däumichen, der noch einmal mit dem Landkreis verhandeln will. (mz)