Umstrittene Katasterpläne

Standortsuche für Photovoltaik in der Gemeinde Mansfelder Grund-Helbra vertagt

Zum zweiten Mal zieht Bürgermeister Born im Verbandsgemeinderat Mansfelder Grund-Helbra eine Beschlussvorlage zur Standortsuche zurück.

Von Daniela Kainz 19.09.2021, 10:30
Die Anfrage von Investoren nach geeigneten Flächen für Photovoltaikanlagen steigt.
Die Anfrage von Investoren nach geeigneten Flächen für Photovoltaikanlagen steigt. (Foto: Maik Schumann)

Helbra/MZ - Irritationen im Gemeinderat der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra: Der Tagesordnungspunkt neun in der jüngsten Beratung stieß bei vielen auf Unverständnis. Bürgermeister Norbert Born (SPD) hatte einen Beschluss zur Prüfung von alternativen Standorten für Freiflächenphotovoltaikanlagen auf die Liste gesetzt.

Der Punkt stand schon einmal im April auf der Tagesordnung einer Ratssitzung und war sehr umstritten. Als Konsequenz zog Born den Vorschlag zum damaligen Zeitpunkt zurück.

Mitgliedsgemeinden einigen sich auf Kompromiss

Die erneute Debatte endete nicht anders. „Ich ziehe die Beschlussvorlage zurück. Ich habe Verständnis für die kontroverse Diskussion“, meinte Born. Gänzlich vom Tisch ist das Thema trotzdem nicht. Die acht Mitgliedsgemeinden verständigten sich auf einen Kompromiss. Bis zum Jahresende wollen sie sich positionieren, ob sie eine Prüfung von alternativen Standorten für künftige Photovoltaikanlangen haben möchten.

Die Verwaltung hatte ihren Vorstoß mit steigenden Anfragen von Investoren begründet, die Flächen für Photovoltaikanlagen suchten. Zur besseren Übersicht sollte ein Kataster mit zur Verfügung stehenden Grundstücken erarbeitet werden.

Einige Mitgliedsgemeinden vertreten bereits jetzt eine eindeutige Meinung. Klostermansfelds Bürgermeister Frank Ochsner (parteilos) sprach von bereits ausgeschöpften Kapazitäten in seiner Kommune. „Weitere Anlagen möchte der Gemeinderat nicht“, sagte er. Ahlsdorfs Bürgermeister Karsten Paatz bekräftigte die ablehnende Haltung zum Thema aus der Debatte im Frühjahr.

Kein Ackerboden für Photovoltaik

Uwe Tempelhof, Vorsitzender des Verbandsgemeinderates, verwies auf die Planungshoheit der Gemeinden und einen geltenden Flächennutzungsplan. Er machte schließlich auch den Vorschlag, dass jede Gemeinde einzeln über die Notwendigkeit einer Flächenprüfung entscheiden soll: „Danach können wir im Verbandsgemeinderat entscheiden.“ Hochwertigen Ackerboden für Photovoltaikanlagen in Betracht zu ziehen, hielt er aus ökologischen Gesichtspunkten für falsch. Einen klaren Standpunkt vertritt die Gemeinde Helbra in dieser Hinsicht. „Wir wollen keinen Ackerboden hergeben“, so Bürgermeister Alfred Böttge (SPD) . Die Kommune legt ihm zufolge den Fokus auf ungenutzte Flächen im ehemaligen Industriegebiet.

Wimmelburgs Bürgermeister Andreas Zinke (parteilos) fand die Idee der Standortprüfung dagegen „grundsätzlich nicht schlecht“. Der Strombedarf sei nach dem Kohleausstieg enorm. Im Interesse der Kinder - der künftigen Generation - sollten die Ratsmitglieder weiterdenken.